40 Jahre Film Festival Max Ophüls Preis – Interview mit Svenja Böttger

Sie werden wieder kommen. Sie werden wieder in die Kinos strömen, die Filme ansehen, an den Diskussionen teilhaben und einfach die Liebe zum Film erneut erkunden. Denn Saarbrücken hat wieder geladen, zu einem der wichtigsten Nachwuchsfilmwettbewerbe im deutschsprachigem Raum, dem Film Festival Max Ophüls Preis. Und das nun zum vierzigsten Mal.

1980 setzte Albrecht Stuby den Startschuss. Die damaligen 700 Zuschauer, die das Film Festival besuchten waren sicherlich begeistert, denn auch im folgenden Jahr wurden die Säle wieder gut gefüllt. Fast vier Jahrzehnte später waren es dann auch schon 43.500 Besucher, die sich die Wettbewerbsfilme, die aus tausenden eingereichten Arbeiten, von einer Jury ausgewählt wurden, und die Auszeichnungen in den vier Kategorien Spielfilm, Dokumentarfilm, Mittellanger Film und Kurzfilm, ansahen.

Doch das Film Festival Max Ophüls Preis ist so viel mehr, als eben nur eine Preisverleihung. Es ist auch das breitgefächerte Rahmenprogramm, dass jedes Jahr Regisseure, Schauspieler, Produzenten und Cineasten in die saarländische Hauptstadt zieht. Durch Diskussionen, Workshops, aber auch Vernetzungsveranstaltungen, werden Räume des ungezwungenen Austausches geboten. Neue Talente und potentielle Förderer können in diesem Rahmen problemlos aufeinander zugehen und durch beidseitiges Kennenlernen werden hier neue Möglichkeiten erschlossen, die letzten Endes für alle Parteien gewinnend ausfallen.

Der Namensgeber Max Ophüls, seines Zeichens international gefeierter Theater- und Filmregisseur, agiert seit Beginn an auch als Vorbild, weshalb gerade unkonventionelle Projekte, die auch nicht vor sozial relevanten und politischen Themen zurückschrecken, bei diesem Nachwuchswettbewerb gefördert werden. Unter anderem auch durch die Preisgelder von insgesamt 110.000 Euro. So haben in all den Jahrzehnten schon viele, mittlerweile bekannte Filmemacher, hier ihren Anfang gefunden und ihre damaligen Werke sind heute zu Klassikern der deutschen Filmszene avanciert. So zum Beispiel Christian Petzold, Barbara Albert, Detlev Buck oder Sandra Nettelbeck, um nur ein paar zu nennen.

Und zum 40-jährigen Jubiläum dürften die Kinos mehr als gut besucht sein, denn das Festival wartet dieses Jahr nicht nur mit ausgesuchten Wettbewerbsbeiträgen auf, sondern hat auch einige Specials zu bieten. Näheres erfuhren wir in unserem Gespräch mit Festivalleiterin Svenja Böttger:

Frau Böttger, Sie sind im dritten Jahr als Festivalleiterin dabei. Gab es Änderungen die Sie vornehmen wollten?

Nicht wirklich. Die Webseite hat ein wohlverdientes Makeover erhalten, doch der Grundgedanke des Festivals bleibt gleich. Es ist einfach so: Herr Stuby hat die Grundsteine gelegt, die auch heute noch das Fundament dieses Filmfestivals sind. Heißt, wir legen unser Augenmerk auf Nachwuchstalente aus dem deutschsprachigem Raum. Wir versuchen so viele unterschiedliche Werke und Filmemacher zu unterstützen wie möglich. Dabei reicht unser Ansatz von der Präsentation der Werke, über Vernetzungsmöglichkeiten mit Filmverleihen, zu der Chance auf ein Preisgeld.

Worauf freuen Sie sich beim Filmfestival am meisten?

Nun genau darauf. Zuzusehen wie Nachwuchstalente und potentielle Verleihe zusammen gebracht werden. Wir können helfen neuen Talenten die ersten Schritte in eine professionelle Zukunft zu ermöglichen. Die neuen Filmemacher sind unsere Stars. Ihnen gehört die Bühne. Es sind ihre vollen Kinoreihen und es ist ihr Feedback, das sie vom Publikum erhalten. Das mit zu erleben und aktiv einen Beitrag dazu zu leisten ist großartig.

Was erwartet die Besucher beim diesjährigen Jubiläum?

Es wird zum 40. Filmfestival natürlich einige Besonderheiten geben. Die Planung hat eigentlich auch schon vor zwei Jahren begonnen und läuft seit Februar auf Hochtouren. Unter anderem wird eine Festschrift geben, mit insgesamt 78 Geschichten von Mitwirkenden und Filmemachern der vergangenen Jahrzehnte geben, die die persönlichen Highlights behandeln.

Außerdem wird es dieses Jahr eine Jubiläums-Filmreihe geben mit zehn ehemaligen Max-Ophüls-Wettbewerbsteilnehmern, sowie Ophüls Spielfilm „Liebelei“. Unter den ausgewählten Filmen sind Titel wie „Das Zweite Gesicht“ von Dominik Graf und „Nordrand“ von Barbara Albert. Und als grandiosen Zusatz werden die Macher dieser Filme zugegen sein.

Und neben Namen wie Aron Lehmann, werden noch zwei weitere Ehrengäste die Filmfestspiele mit ihrer Anwesenheit bereichern: Marcel Ophüls kommt samt Enkel, der selbst Filmwissenschaftler ist, zum Jubiläum. Und wir freuen uns! Die Familie Ophüls ist weit mehr als nur ein schlichter Namensgeber für unser Festival. Daher ist es natürlich eine Herzensangelegenheit die Familie Ophüls bei uns begrüßen zu dürfen.

Was macht für Sie das Film Festival Max Ophüls Preis so besonders?

Es ist ein wirklich sehr persönliches Festival. Hier ist der Umgang miteinander offen und herzlich. Denn das ist unser Max Ophüls Preis: das Festival der Herzen.

Vom 14. bis 20. Januar 2019 sind die Tore dann geöffnet, für die Filmliebhaber, Ehrengäste, Branchenvertreter, aber vor allem für die Stars des Film Festivals Max Ophüls Preises: den Nachwuchstalenten aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Luxemburg, die ihre Werke mit im Gepäck haben und ihren Weg starten, in eine professionelle und hoffentlich erfolgreiche Zukunft.

Text: Delfina Thon | Bild: FFMOP