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5 Tipps für mehr Motivation bei Hausaufgaben von Motivationsexperte Raphael Stenzhorn

5 Tipps für mehr Motivation bei Hausaufgaben von Motivationsexperte und Vater Raphael Stenzhorn

1. Sprechen Sie die Sprache Ihrer Kinder
So, wie Firmen auch die Sprache ihrer Kunden sprechen sollten, sollten auch Eltern die gestellten Aufgaben durch die Kinderbrille anschauen
Lassen Sie ihr Kind die Aufgabe immer selbst lesen und in eigenen Worten wiedergeben. Bei Unverständnis Wörter klären und eventuell in kindgerechtere Sprache umwandeln.

Darauf achten, nicht herablassend mit dem Kind zu sprechen – Erwachsene denken schneller und 2-3 Schritte weiter und überspringen für sie selbstverständliche Schritte. Kinder benötigen jedoch zum Verständnis Erklärungen in kleinsten Schritten. Hierbei verständnisvoll reagieren und geduldig in kleinsten Schritten arbeiten. Wichtig: Nicht die Nerven verlieren und immer auf Augenhöhe mit dem Kind sprechen – egal wie lange es dauert!
In Firmen fällt auf, dass Führungskräfte, oft den selben Fehler machen – sie vergessen, dass Mitarbeitende oft nicht alle Details kennen, die der Führungsebene vorliegen – achten Sie auch im Job darauf, dass der Mangel an Information häufig zu Frust führt. Klarheit sorgt für Vertrauen und motiviert.

2. Positive Bestärkung
Ihrem Kind ganz klar machen, dass Fehler sehr wichtig sind! Durch Fehler wird klar, an genau welcher Stelle Ihr Kind noch Probleme hat. Genau dort kann man ansetzen und dem Kind erklären, wie es weitergeht  Kind versteht Schritt für Schritt die Vorgehensweise bei der Bearbeitung der Aufgabe.
Mit einem grünen Stift jede richtige Antwort abhaken, falsche Antworten mit Bleistift ankreuzen (kein f!)
Legen Sie den Fokus auf die richtig gelösten Aufgaben und erwähnen Sie, dass es nur wenige Punkte, an denen Ihr Kind nochmal schauen sollte.
Loben sie viel!

3. Pausen erlauben/gönnen
Wenn Ihr Kind sehr konzentriert arbeitet, jedoch irgendwann im Laufe der Hausaufgaben gefrustet ist, kurze spaßige Ablenkungspause machen (albern sie ein wenig mit Ihrem Kind herum, Bewegungspause etc)  Kind tankt positive Energie und neue Kraft – sagen sie ihm, dass sie genau so waren und verstehen können, dass man sich auch mal ärgert
Pause bedeutet allerdings nicht, dass Ihr Kind in der Zeit fernsieht oder an Konsolen/ Smartphones zockt!

4. Lösungen zusammen erarbeiten
Ihr Kind sollte zuerst anhand von Beispielaufgaben aus der Schule versuchen zu erklären, wie es in der Schule gelöst wurde. Dann kann nach dieser Vorgehensweise gearbeitet werden.
Keine Lösungen vorsagen. Keine Lösungswege aufzwingen, sondern versuchen den schon erlernten Lösungsweg nachzuvollziehen und anzuwenden (so entgehen Eltern dem „in der Schule machen wir das aber ganz anders“). Falls der schulische Lösungsweg Ihnen unklar sein sollte, fragen sie bei anderen Eltern nach.
Durch Fragen und Umschreibungen versuchen, dass Ihr Kind selbst auf den nächsten Lösungsschritt kommt. Nur wenn Ihr Kind gar nicht zurechtkommt, einen Lösungsweg anhand eines anderen Beispiels erklären. Wenn Ihr Kind das Beispiel verstanden hat, kann man sich immer wieder darauf beziehen und mit Bezug zum Beispiel die Aufgabe lösen.
Das Kind so weit es geht die Aufgaben alleine lösen lassen (auch ermutigen, dass es das alleine kann), jedoch in greifbarer Nähe sein – Lob aussprechen, wenn es die Aufgabe oder Teilaufgaben richtig gelöst hat

5. Spielerisch lernen
So oft es geht Aufgaben spielerisch erklären mit kindgerechten alltagsbezogenen Situationen und Gegenständen (Aufgabe auf Situationen beziehen, die das Kind selbst schon erlebt hat oder Situationen wählen, die das Kind momentan interessieren) Das Gehirn schafft es dadurch, dass abstrakte Aufgabenstellungen auf einmal völlig nachvollziehbar und klar erscheinen
Passende kindgerechte und alltagsbezogene Hilfsmittel zur Verfügung stellen, meist einfache Dinge aus dem Haushalt oder dem Kinderzimmer nehmen (z.B. mit Bechern rechnen oder mit Bausteinen Geometrie erklären)

Text und Bild: Raphael Stenzhorn

raphael-stenzhorn.com