AC/DC – Gutes Alterswerk

Wie klingen AC/DC anno 2020? Genau so, wie man es erwartet hat. Das ist für all diejenigen eine sehr gute Nachricht, die nicht wollen, dass sich die Australier jetzt plötzlich doch noch weiterentwickeln. Wer hätte das auch ernsthaft im 47. Jahr ihres Bestehens erwartet? Eben!

Erst einmal sollte jeder Fan der Band froh sein, dass es überhaupt noch ein neues Studioalbum gibt. Die Band lag ja nicht nur auf Eis. 2017 verstarb auch Gründungsmitglied Malcolm Young, und obendrein waren aus unterschiedlichen Gründen drei Mitglieder vorübergehend von Bord gegangen: Schlagzeuger Phil Rudd, Bassist Cliff Williams und Sänger Brian Johnson. Mittlerweile sind sie alle wieder dabei, so dass die Band – mit Angus Young und Malcoms Neffe Stevie Young als dessen Ersatz – wieder voll handlungsfähig ist.

Zusammen mit Produzent Brendan O’Brien haben sie das gute Alterswerk „Power Up“ aufgenommen, für das sie sich trotz Schwachstellen (siehe „Through The Mists Of Time“ oder „Wild Reputation“) nicht schämen müssen. „Power Up“ kann es natürlich nicht mit alten Klassikern wie „High Voltage“ (1975), „Dirty Deeds Done Dirt Cheap“ (1976) oder „Back In Black“ (1980) aufnehmen. Wer das erwartet hat, dem ist nicht mehr zu helfen.

Text: Kai Florian Becker Bild: Columbia