Alexa Feser

Alltagssituationen mit Tiefgang

Anfang Mai erschien mit „A!“ ein neues Album von Alexa Feser. Mit den neuen 18 deutschsprachigen Pop-Titeln richtet die erfolgreiche Sängerin/Songwriterin aus Berlin den Blick vermehrt auf sich selbst. „Die Zeit war reif für Klartext“ wie sie sagt. „A!“ entwickelt sich mit Sicherheit zu einem weiteren Höhepunkt ihrer Karriere, die quasi 2014 mit „Gold von morgen“ begann, obwohl es 2008 bereits eine CD unter dem Titel „Ich gegen mich“ gab. Blicken wir also im Gespräch mit der sympathischen Künstlerin, die sich aktiv für Keychange (Gleichberechtigung im Musikbusiness) engagiert, gemeinsam auf ihr Leben.

Songwriterin, Sängerin und Pianistin in Personalunion. Stammst du aus einer musikalischen Familie und welche Künstler/Stile haben deine eigene Entwicklung geprägt?

Ich habe mit 13 Jahren angefangen Stücke zu schreiben und am Piano zu spielen. Mein Opa war Jazzpianist. Inspiriert hat mich damals sehr unterschiedliche Musik, von Prince über Alternative Rock und Grunge hin zu Depeche Mode und House. Emotional habe ich mich damals schon der deutschen Sprache verbunden gefühlt, heute könnte ich sicher auch ganz anders auf Englisch schreiben. „Ich gegen mich“ als Alexa Phazer war in Sachen Produktion sehr limitiert, ich habe mich dann auch davon distanziert und mich beständig weiterentwickelt.

2014 erschien das Album „Gold von morgen“ auf dem Major Label Warner Music. Ein Charterfolg der deinen Durchbruch markierte, auch im Zusammenhang mit deiner damaligen Teilnahme am Vorentscheid zum Eurovision Songcontest 2015?

Ich empfinde es eher so, dass alles was ich bis dahin gemacht habe sehr fließend war, daher finde ich ´Durchbruch´ nicht so richtig passend. Für den Wettbewerb wurde ich angefragt, habe mitgemacht und es in die zweite Runde geschafft. Es war eine Möglichkeit meine Songs zu präsentieren, mehr nicht.

Zwischen den Sekunden“ (2017) erreichte Platz 3 der deutschen Album-Charts, Titel wie „Wunderfinder (feat. Curse)“, „Medizin“ und „Wir sind hier“ wurden millionenfach gestreamt, deine Konzerte waren ausverkauft. Im gleichen Jahr erschien das Songbook „Goldene Sekunden“, was hat es damit auf sich?

Ein Geschenk an die Fans, eine Zusammenfassung beider Alben, ein Songbook, dass Noten für Gesang, Klavier und Gitarre von 16 meiner Lieder enthält. Vereinfacht, für alle, die diese Lieder nachspielen wollen. Und mit „Zwischen den Sekunden – Am Piano“ haben wir 2017 auch noch zehn Akustik-Versionen einzelner Lieder aus dem Album „Zwischen den Sekunden“ veröffentlicht, ein weiteres ´Give Away´ für die Fans.

Musikvideos scheinen auch eine große Leidenschaft von dir zu sein. Zu jeder Single wurde auch gedreht. Zuletzt in Japan, zu den Titeln „Gold reden“, „Mut“ und „Atari T-Shirt“. Bist du ein großer Anime-, Manga- und Cosplay-Fan?

Alles was ich mache trägt meine Handschrift, es richtet sich nicht primär nach Marketingstrategien. Nach Japan wollte ich schon immer gerne reisen, die Kultur fasziniert mich, Anime, Manga oder Cosplay weniger. Die Videodrehs fanden dann auch eher als eine Art Guerilla-Marketing statt, mit kleinem Einsatz große Wirkung erzielen war das Ziel. Wir waren nur vier Leute, haben mit kleinem Budget über airbnb übernachtet und drei Videos in 14 Tagen gedreht.

Bereits 2017 hast du mit dem Schreiben und Komponieren für „A!“ begonnen. Alleine oder im Team mit deiner Band?

Ganz alleine, ohne Band, die ist nur für die Live-Auftritte da. Ich sammele fortwährend Ideen und nehme diese zunächst ganz simpel mit meinem Handy auf. Dann setze ich sie mit meinem Kreativpartner Steve um, dieses Mal waren wir auch Co-Produzenten. Zwei Produzententeams in Kreuzberg und Tegel haben dann den letzten Schliff gegeben. So sind am Ende 18 Titel, 12 & sechs Akustik-Versionen herausgekommen, reduziert, atmosphärisch und mit viel Nähe zu mir. Daher klingen auch die Titel poppiger, reduzierter als früher und inhaltlich spreche ich tatsächlich über viele private Themen. Die beiden wohl persönlichsten sind „Abgeholt“ und „Atari T-Shirt“. Im April haben wir die Songs ja schon mit großem Zuspruch vor Publikum getestet und setzen die Tournee im Herbst fort, mit Shows die mindestens zwei Stunden dauern werden.

Stichwort Groupie. Gibt es Fans, (m/w/d), die sich Dir gegenüber deutlich positionieren, oder ist das ein Relikt aus längst vergangenen Jahrzehnten?

Ich muss ganz ehrlich sagen, das bekomme ich nicht mit. Ist vielleicht auch bei meinem Genre nicht so präsent.

Text: Frank Keil. Bild: PR

Neunkirchen, Gebläsehalle
Donnerstag, 10. Oktober 20.00 Uhr

Freiburg, Jazzhaus
Samstag, 12. Oktober, 20.00 Uhr

www.alexafeser.de