Andreas Vollenweider – Buch mit Album

Andreas Vollenweider hat in 40 Jahren Karriere weltweit Auditorien, City Halls und Konzertsäle gefüllt, hat bis heute 18 Alben veröffentlicht und davon mehr als 15 Millionen physische Tonträger verkauft. Auszeichnungen wie der Grammy Award und der World Music Award folgen, weitere Grammy-Nominationen, letztmals 2007. Erst kürzlich verleihen die Swiss Music Awards Vollenweider den „Award for Outstanding Achievement“ für sein „fortdauerndes Lebenswerk“. Nach außen hin wurde es in den letzten 10 Jahren eher ruhig um den Musiker. Jetzt 2020 veröffentlich er seinen ersten Roman „Im Spiegel der Venus“ und das vom Themenkreis des Romans inspirierte Album „Quiet Places“. Beide erscheinen Anfang Oktober und wir durften bereits vor der Veröffentlichung mit Ihm über seine Arbeiten sprechen.

Lieber Herr Andreas Vollenweider, nach 40 Jahren Karriere wagen Sie sich in eine andere Ecke des Kunstspektrums und haben Ihren ersten Roman „Im Spiegel Der Venus“ verfasst. Das Werk wird neben Print und E-Book ebenfalls als Hörbuch mit vielen musikalischen Elementen veröffentlicht. Wie wichtig war Ihnen das akustische Element ihres Buches?

Die Musik begleitet mich schon mein Leben lang. Musik ist alles. Sie spielte in jeder Lebensphase eine ausschlaggebende Rolle. Auch gerade jetzt in Zeiten von physical distancing – denn es ist kein social distancing, das dürfen wir nicht verwechseln. Sozial dürfen wir uns nicht weiter voneinander entfernen, sondern müssen solidarisch miteinander stehen – ist Musik ein sehr wichtiges Bindeglied. Man muss zu sich selbst finden. Vor allem gerade in dieser schwierigen Zeit, in der wir oft nur nachsprechen und wenig selbst in uns hineinhorchen. Was wollen wir? Und was wollen die anderen? Wir werden oft von anderen Meinungen und äußeren Einflüssen beeinflusst und wissen oft gar nicht mehr, wie wir persönlich dazu stehen. Wenn ich mich beispielsweise mit Wissenschaftler*innen unterhalte, sehe ich, wie akribisch und nah sie ihre Arbeit und Materie betrachten und merke immer wieder, dass in der akademischen/wissenschaftlichen Arbeit die Poesie fehlt. Da kann ich als Künstler eher wie eine Art Vogel über die Dinge fliegen und entfernter darauf blicken und habe einen viel größeren Zugang dazu. Musik ist auch eine ganz besondere Art der Kommunikation und Poesie zugleich.

Ich bin ebenfalls Autodidakt und habe mir alles selbst beigebracht. Ich glaube deshalb hat die Musik nochmal einen ganz eigenen Stellenwert in meinem Leben. Musik ist allgegenwärtig und kann uns helfen uns zu zentrieren und sozusagen den „Quiet Place“ in uns selbst zu finden.

Im Oktober 2020 erscheint auch ihr neues Album „Quiet Places“, welches vom Themenkreis des Romans inspiriert wurde. Zarte, feinsinnige, aber auch dynamisch und kraftvolle Klänge zwischen Cello, Schlagzeug und Harfe. Sie sind hier und da auch erstmal ausgiebiger am Klavier zu hören. Woher kam Ihr Wunsch auch Ihr Piano in „Quiet Places“ einzubauen?

Ich bin ja wie gesagt Autodidakt und habe mir jedes Instrument selbst beigebracht, was man auch daran erkennen kann, dass ich die Harfe nicht regulär, sondern auf meine ganz eigene Weise spiele. Ich spiele sie sozusagen wie ein Klavier. Und der Wunsch mein Piano in „Quiet Places“ einzubauen kam damit ganz natürlich und organisch mit ins Spiel.

Sehr feinsinnig und einfühlsam berührt einen auch die zarte Hintergrundstimme. Beispielsweise in „Come to the Quiet Place“ oder „Bella Smiling” als Melodie oder als eine Art Vocal Percussions. Wessen Stimme dürfen wir da lauschen und was bedeutet Ihnen diese vokale Komponente in den solch rein instrumentalen Klängen?

Ach in „Bella Smiling“ bin ich auch zu hören? (lacht.) Ich habe beim Aufnehmen immer ein Mikrophon neben mir stehen und singe oder Summe mit dem Gespielten mit. Oft vergesse ich, in welchem Stück ich noch zu hören bin. Und Isabel ist ebenfalls auf dem Album zu hören. Isabel ist übrigens auch eine wundervolle Sängerin.

Das Anfang Oktober 2020 erscheinende Album „Quiet Places“ von Andreas Vollenweider kann bereits online unter www.vollenweider.com vorbestellt werden. Weitere Informationen finden und Neuigkeiten zu Andreas Vollenweider und die Tour Termine für 2021 finden Sie ebendort.

Interview: Antonia Weber Bild: Rene Ruis

www.vollenweider.com