Bundesfestival Junger Film – Filmreif! Interview mit Jörn Michaely und Fabian Roschy

Das Bundesfestival Junger Film geht mit dem Kurzfilm Wettbewerb filmreif! dieses Jahr vom 30. Mai bis 2. Juni in die zweite Runde. Bei der Eröffnung des offiziellen Festivalbüros haben Jörn Michaely (künstlerische Leitung des Festivals )und Fabian Roschy (Organisation) Details zum diesjährigen Filmfestival in St. Ingbert verraten.

Da das Festival letztes Jahr so gut ankam, findet es dieses Jahr wieder statt, obwohl anders geplant erst 2020. Hättet ihr das erwartet?
Jörn: Nein, auf keinen Fall. In den Vorbereitungszügen letztes Jahr, haben wir ganz schön geschwitzt. Das war eine sehr intensive und anstrengende Zeit, so dass wir gedacht haben, das geht auf keinen Fall direkt nächstes Jahr wieder. Aber die Resonanz der begeisterten Filmemacher und die Freude haben natürlich angesteckt.

Fabian: Die Stadtverwaltung war ebenso begeistert. Auch von deren Seite war gewünscht, dass wir das Festival dieses Jahr erneut ausrichten und eben nicht erst in zwei Jahren. Es besteht auch der Wunsch, dass wir das Festival nach Möglichkeiten jährlich organisieren und im Kulturprogramm der Stadt etablieren.

Vor welche Herausforderung hat euch diese Umplanung gestellt und welche Veränderungen habt ihr dieses Jahr vorgenommen?

Jörn: Wir haben uns überlegt, wie wir noch ein bisschen wachsen und weiterhin verrückte, spannende Ideen ausführen können. Darum wollen wir einiges ausprobieren in unserem Programm und haben z.B. den Musikvideopreis dieses Jahr zum ersten Mal dabei. Was auch nicht oft bei Festivals existiert, wir aber dieses Jahr haben, ist der junge Pitch. Junge Drehbuchautoren können ihre Stoffe präsentieren und eventuell eine Förderung für ihr Drehbuch bekommen. Natürlich sehen wir uns auch nach bekannten Gesichtern für das Festival um.

Fabian: Eigentlich hatten wir gesagt, alle zwei Jahre ist aufgrund der besseren Arbeitsaufteilung einfacher, weil wir das alle nebenher machen. Aber natürlich ist es möglich das innerhalb von einem Jahr zu organisieren. Darum haben wir die Anfrage nach dem Festivalbüro gestellt, um von der Raumausstattung so aufgestellt zu sein, dass die Organisation einfacher abläuft.

Was hat euch auf die Idee gebracht in St. Ingbert ein Filmfestival für den jungen Film zu organisieren?

Jörn: Die Idee zum Festival kam aus eigenen Bedarf heraus. Wir haben gemerkt, dass es schwierig ist einerseits Kurzfilme zu sehen, andererseits aber auch sie zu präsentieren. Tatsächlich haben fast alle großen Regisseure mal so angefangen. Man darf sich nicht verspielen oder verlieren, wie man es im Langfilm vielleicht verzeihen könnte. Im Kurzfilm zählt jede Minute, deswegen ist es ein spannendes Experimentier- und Lernfeld.

Worauf freut ihr euch am meisten dieses Jahr?

Fabian: Auf alles! Wir haben das Feeling vom letzten Jahr mitgenommen. Auch die Begeisterung des Publikums beim Open Air Kino und die Festivalmeile, auf der verschiedene kulinarische Highlights angeboten werden. Wir haben auch ein Schülerfilmwettbewerb, ein pädagogisches Programm, weil wir Schüler erreichen wollen. Neu ist das Minigolf Turnier für alle, die sich neben dem Film mit was anderem beschäftigen wollen.

Jörn: Das haben wir uns von den Großen abgeguckt, da die großen Produzenten ihre Deals beim Golf machen, haben wir für unser Festival Minigolf.

Ich denke immer gerne an diesen Moment letztes Jahr, als das Konfetti in der Stadthalle von der Decke gerieselt ist und der Preisträger bekannt gegeben wurde, da hatte man Gänsehaut.

Wie viele Filme wurden denn eingereicht und wie viele werden gezeigt?

Jörn: Wir hatten dieses Jahr ein Rekordjahr mit 541 Einreichungen, das ist überwältigend. Das sind sehr starke Filme, von denen wir ungefähr 100 Beiträge im Wettbewerb zeigen werden. Man kann sich auf knackige, spannende, lustige und dramatische Sachen freuen. Aber alle sind unter 29 Minuten.

Wenn ihr euch was wünschen dürftet für dieses Jahr, was wäre das?

Fabian (lacht): Auf jeden Fall gutes Wetter. Schon allein, da es letztes Jahr beim Open Air geregnet hat und wir in die Stadthalle umziehen musste. Das ist natürlich dieses Jahr auch möglich, aber schöner ist es mit gutem Wetter draußen.

Jörn: Genau, wir wünschen uns gutes Wetter, viel Publikum und volle Spendenkörbe nach den Veranstaltungen. Tolle Filme haben wir schon, da sind wir ganz beruhigt. Es wird ein starkes Programm.

Text: Reyhan Akyüz

Fotos: Bundesfestival Junger Film

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