Farmerboys

Farmer Boys – Comeback statt Reunion

Zwischen 1994 und 2004 gehörten die Stuttgarter Farmer Boys zu den bekanntesten und erfolgreichsten Bands der deutschen Alternative-Metal-Szene. In dieser Zeit veröffentlichten sie vier Alben, spielten die Vans Warped Tour in den USA, traten im Vorprogramm von Rammstein und Metallica auf. Dann wurde es ruhiger um die Band, die sich offiziell aber nie auflöste, glegentlich produzierte und auftrat. Drei der Gründungsmitglieder, Sänger Matthias Sayer, Gitarrist Alexander Scholpp und Bassist Ralf Botzenhart entschieden sich 2017 für ein Comeback. Im Gespräch mit Matthias blicken wir hinter die Kulissen des neuen Crossover-Quintetts.

Was hast Du denn so zwischen 2004 und 2018 gemacht, man hörte Du hast zeitweise in den USA gearbeitet und dort Deine musikalischen Fähigkeiten ausgebaut.

Ich habe 2008 mein Studium als Medieningenieur abgeschlossen und bin dann bei Henning Lohner in den USA gelandet. Ich konnte als Filmkomponist u.a. Hans Zimmer zuarbeiten und war an einigen Hollywood-Blockbustern beteiligt. Seit einigen Jahren arbeite ich vermehrt für das deutsche Autorenkino, so u.a. für den Film „Wir sind jung. Wir sind stark.“

Zwei der Gründungsmitglieder fehlen beim Comeback. Habt Ihr adäquaten Ersatz gefunden?

Auf jeden Fall. Mit den beiden Neuzugängen Timm Schreiner (Schlagzeug) und Richard Düe (Keyboard) sind wir wieder eine schlagkräftige Truppe. Eine erste erfolgreiche Clubtour mit ausverkauften Shows und der EP „You And Me“ hat bewiesen, dass wir unser Potential voll abrufen können und das Publikum uns nicht vergessen hat.

Früher habt Ihr mit Labels wie BMG und Universal erfolgreich zusammengearbeitet, war es schwierig für das neue Album einen ansprechenden Vertrag zu bekommen?

Es gab tatsächlich noch alte Kontakte zu BMG und Universal, aber letztendlich hat uns Nuclear Blast das überzeugendste Angebot gemacht. „Born Again“ wird daher am 02.11.18 auf dem NB-Ableger Arising Empire erscheinen, wo u.a. auch Madsen und Betontod veröffentlichen.

Stichwort Apocaylyptica. Zwischen Euch und der finnischen Cello Rock-Band gab es immer wieder persönliche und musikalische Berührungspunkte. Dies ist auch auf „Born Again“ der Fall.

Ich war schon 2002 Gastsänger auf deren Single „Hope Vol. 2“. Seither ist der Kontakt nie abgerissen. Alex spielt ja seit 2007 Gitarre für Tarja Turunen (ex-Nightwish) und hat daher auch beste Kontakte in Finnland. Und so kam es, dass der ehemalige Apocalyptica-Cellist Max Lilja uns im Studio bei einigen neuen Songs unterstützt hat.

Wo würdest Du die Farmer Boys und das neue Werk „Born Again“ stilistisch einordnen.

Wir sind dem Mix aus Alternative Rock und Heavy Metal treu geblieben. Es ist uns gelungen viele abwechslungsreiche Ohrwürmer zu komponieren, zwischen „Cosmos“ und dem abschliessenden Titeltrack „Born Again“. Es gibt die perfekte Verbindung aus ´Voll auf die Fresse, aber mit Gefühl´. Bombast, Glamour, getragene Melancholie, einprägsame Hooklines. Hart aber herzlich, mit intelligenten Texten als Spiegel und Bilder unserer Zeit. Man könnte es auch mit positiver Melancholie umschreiben.

Sex, Drugs & Rock´n Roll. Im November/Dezember geht Ihr auf eine größere Deutschland-Tournee. Müssen da Hoteliers um ihre Zimmer, Eltern um ihre Töchter fürchten?

Haha, nein eher nicht. Wir waren früher schon nicht unbedingt die ´jungen Wilden´ und heute geht es gesittet zu. Wir wollen konsequent hohes musikalisches Niveau auf der Tour abliefern. Und außerdem haben einige ja zuhause auch Frau und Kinder.

Text: Frank Keil. Bild: PR

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