Antonio Ihm Schmeckts nicht

Filmspecial: Von albern bis großartig

Published On April 1, 2017 | By redaktion | Filme, Tipps

Er kann nicht mit Gefühlen, ist aber äußerst präzise – zu präzise. Routine und Ordnung sind für ihn enorm wichtig. Denn er leidet unter dem Asperger Syndrom. Dafür kann er exzellent mit Zahlen umgehen und hat sich einen Namen als Finanzbuchhalter gemacht – insbesondere bei großen Verbrecherorganisationen.
Außerdem schießt Christian Wolff (sehr überzeugend: Ben Affleck), der von den Ermittlungsbehörden „The Accountant“ (Warner) genannt wird, auf 1.500 Metern genau ins Ziel und ist nahkampferprobt. Diese Fähigkeiten retten sein Leben und das der Frau, die ihm wichtig ist, als ihnen einer seiner Auftraggeber nach dem Leben trachtet.
Die Kritiker hatten „The Accountant“ gehörig verrissen. Ja, die Story ist nicht ohne offene Fragen. Aber sie ist anders und zeigt einen Menschen mit Asperger Syndrom, der seine Erkrankung zu seinem Vorteil nutzt. Starker Film.


Kommen wir zu amüsanterem Stoff: Bridget Jones (Renée Zellweger) ist tatsächlich schwanger. Allerdings weiß sie in „Bridget Jones’ Baby“ (Studiocanal) nicht, ob das Kind von ihrem alten Schwarm Mark Darcy (immer wieder brillant: Colin Firth) oder ihrem neuen Lover Jack Qwant (Patrick Dempsey) stammt. So ist das für Jones typische Chaos vorprogrammiert. Das macht auch beim dritten Mal noch ungeheuren Spaß. Das einzige, das den Zuschauer irritiert ist Zellwegers Gesicht. Im Vergleich zu dem von Firth etwa hat es sich dermaßen stark verändert, dass man sie anfangs fast nicht erkennt.

Nun zu zwei deutschen Filmen: „Antonio, ihm schmeckt‘s nicht!“ (20th Century Fox) ist die Fortsetzung von „Maria, ihm schmeckt’s nicht!“, der 2009er Verfilmung von Jan Weilers gleichnamigem Erfolgsbuch. War der erste Film hochamüsant, ist die Fortsetzung nervig albern; die Figuren sind maßlos überzogen. Nichts gegen Christian Ulmen, aber dieser Jan gehört nicht zu seinen Glanzrollen. Auch Lino Banfi, der Protagonist des Films, nervt als Antonio. Gleiches gilt für den kitschig-schmalzigen Soundtrack. Alles in allem enttäuschend.

Ganz anders kommt „tschick“ (Studiocanal) an. Auch hier lag dem Film ein Buch zugrunde: der gleichnamige Jugendroman von Wolfgang Herrndorf. Zwei Außenseiter – der Schüler Maik Klingenberg (Tristan Göbel) und sein neuer Sitznachbar, der stille russische Spätaussiedler Andrej Tschichatschow alias Tschick (Anand Batbileg) – nehmen in den Sommerferien Reißaus. Maik, dessen Mutter mal wieder auf Alkoholentzug geht und dessen Vater mit einer jüngeren Frau in Urlaub fährt, schließt sich spontan Tschick an, um mit einem gestohlenen Lada Niva dessen Großvater in der Walachei aufzusuchen. Der Plot ergibt einen spannenden Mix aus Jugendfilm und Road Movie, in dem die Jugendlichen ihr eigenes Leben fernab der Erwachsenenwelt leben und erfahren, was Freundschaft ist. Großartig.

Text: Peter Parker
Bilder: Warner Home Video Germany, 20th Century Fox, Studiocanal (2)

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