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Funny van Dannen – Liebe, Leid und Wahnsinn

Auch mit seinem neuen Album bleibt der außergewöhnliche, deutschsprachige Sänger/Songwriter aus Berlin seiner ´Poesie des Alltäglichen´ treu. Mit den insgesamt 23 aufgenommenen Stücken wie „Wenn es Abend wird am Meer“ und „Die apokalyptischen Reiter“ bewegt sich der wortgewandte Liedermacher erneut gekonnt zwischen Komik und Melancholie. Der Erfolg, der sich seit dem Debütalbum „Clubsongs“ (1995) einstellte, ist ihm bis heute treu geblieben. Auch wenn er den Status als Geheimtipp und Newcomer längst hinter sich gelassen hat, ist Funny van Dannen nach wie vor ein Künstler zum Anfassen. Er kann die Welt immer noch in drei Minuten erklären. Geblieben ist sein außergewöhnlicher Charme, sodass man sich dem ´Genie des Trivialen´ auch auf dem 15ten Album kaum entziehen kann. Spätestens dann nicht, wenn man einen Hit Marke „Giftige Kerne“ oder die Hymne „Tanzen beim Spazierengehen“ intensiv anhört. Rechtzeitig zur „Alles Gut Motherfucker“-Tour stellten wir dem 1958 in Tüddern an der holländischen Grenze geborenen Künstler fünf Fragen.

Auf „Alles Gut Motherfucker“ finden wir 23 neue Titel. Ist es nur Entertainment oder auch Infotainment? Gibt es Grenzen für die Inhalte?

Einige Stücke wie z.B. „Eiskalter Mörder“ sind schon älter, hatten es aber nie auf ein Album geschafft. Das haben meine Kinder schon gemocht, als sie noch klein waren. Jetzt war es an der Zeit sie aufzunehmen. Der Rest ist in den letzten drei, vier Jahren entstanden. Es ist alles dabei, ernst, albern, lustig, traurig, ich setze mir da tatsächlich keine Grenzen. Und den Nebeneffekt des Infotainment nehme ich dabei gerne mit.

Zum Team des neuen Albums gehörten William Wormser und Sascha Hörold?

Ja, richtig. Sascha, der Frontmann der Alex Mofa Gang, ist ja schon seit 2014 dabei, er macht auch meinen Tour-Sound. Und William Wormser kam eher zufällig als Gitarrist dazu, nur für die Platte. Live bin ich nach wie vor solo unterwegs.

Ist die langjährige erfolgreiche Zusammenarbeit mit JKP (Die Toten Hosen)/Warner beendet? Das Album erscheint ja via Edition Tiamat/Indigo.

Es war einfach Zeit ein bißchen was Anderes zu machen. Wir haben uns nicht im Streit getrennt. Mein Verleger hatte Interesse die CD zu machen und dann sind wir diesen Weg gegangen, ohne Streß. Und für die Toten Hosen werde ich sicher auch mal wieder den ein oder anderen Song schreiben. Wenn sie anfragen, bin ich gerne dabei.

Die meisten Leute kennen Dich als Liedermacher. Du bist aber auch Schriftsteller und Maler.

Das stimmt. Ich habe gerade „Die weitreichenden Folgen des Fleischkonsums“ (kurze absurde Geschichten) in der Edition Tiamat veröffentlicht und gehe damit 2019 auch auf Lesereise. Und malen tue ich auch, hatte zuletzt im April/Mai in Berlin ausgestellt, aber der Erfolg ist da noch geringer als bei der Musik.

Du bist dieses Jahr 60 Jahre alt geworden. Macht man sich da schon Gedanken über die Rente und einen ruhigen Lebensabend?

Eigentlich nicht. Ich habe zwar oft das Gefühl gehabt, das aktuelle Album ist das letzte Album, aber dann ging es immer weiter. Wenn es das letzte Album wäre, wäre es aber auch ok, denn es ist ja in der Vergangenheit eine Menge entstanden. Auf der anderen Seite hätte ich wohl auch jedes Jahr eine Platte machen können, was von Seiten des Labels und der Vermarktung aber eher schwierig gewesen wäre.

Text: Frank Keil Bild: PR