Gay-o-ween

Published On Oktober 1, 2009 | By redaktion | Queer, Tipps

Es wird Herbst im Saarland

Es tummeln sich keine lecker anzusehenden leicht bekleideten Jungs mehr in den Straßen. Alle Urlaubsbilder, auf denen wir halbwegs gut wegkommen, sind längst im Internet hochgeladen. Die hohen Feierlichkeiten wie CSD und Mainzerstraßen-Fest haben die meisten von uns schadlos überstanden.

Zeit zum durchatmen und sich unter der dicker werden Kleidung ein wenig gehen lassen zu können – könnte man(n) meinen. Weit gefehlt liebe Mitschwuppen! Trotz sinkender Temperaturen lauert das nächste Highlight der Partysaison direkt hinter der Kneipentür: Halloween!!!

Und das Fest des geschlachteten Kürbis’ birgt vor allem für uns Tucken besondere Tücken. Wenn wir uns endlich mal entschieden haben wo wir den Abend verbringen, gilt es mit Bedacht das passende Outfit zu wählen. Selbstredend kann, wer Eindruck schinden will, in der Nacht vor Allerheiligen nicht unkostümiert vor die Tür. Und genau hier beginnt das Gaybakel: Das perfekte schwule Halloweenkostüm muss natürlich originell sein und Problemzonen kaschieren. Zudem muss es Stauraum für Handy, Makeup-Kit und die Kondome bieten, die einem im Laufe der Nacht der freundliche Mann von der Aidshilfe geschenkt hat. Praktischer Weise sollte der Kostümierte auch in Sekundenschnelle in der Lage sein, zumindest Teile der Verkleidung ab- und wieder anzulegen – natürlich nur für den Toilettenbesuch!

Das alles in der Hinterköpfen muss jetzt die Entscheidung getroffen werden, welcher Tradition oder Motto man sich unterwirft. Wer den Sitten aus den USA folgen will hat die Themengebiete „ Horror und Grusel“ oder „Berühmtheiten“ zur Auswahl. Da es fast unmöglich erscheint gruselig und gleichzeitig sexy auszusehen, werden sich die meisten wohl auf die Berühmtheiten stürzen. Doch welche Schwulenikone soll man imitieren? Madonna: Pinkfarbener Badeanzug, Pumps, blonde Perücke und ein zur Handtasche umfunktionierter Ghettoblaster? Bei passender Figur machbar aber unpraktisch!

Cher? Wie steht eigentlich der Silikonpreis dieser Tage?

Wer sich seit längerem Anti -Falten-Creme und Botox gespart hat, könnte Inge Meysel in Erwägung ziehen. Mehrere Nächte durchfeiern, den Schädel rasieren und einfach mal das Höschen vergessen könnte als Britney vor dem Entzug durchgehen. Wenn das letztere richtig angegangen wird, kommt dann auch wieder der Gruselfaktor nicht zu kurz!

Aber ist das sexy??? Da sich, wie ich finde, eine Ähnlichkeit zwischen mir und Johnny Depp nicht verleugnen lässt, werde ich wieder als karibischer Pirat am lustigen Reigen teilnehmen: Das viel zu weite Leinenhemd, dass ich einem Anfall von Wahn einem süßen Knaben auf einem südfranzösischen Markt abgekauft habe, auf den Leib, Halstuch um den Kopf. Augenklappe, Kreole, Plastiksäbel und Fernrohrimitat borge ich mir von meinem Neffen. Selbstbräuner ins Gesicht und schon kann der Spaß beginnen. Günstig, gut, ein wenig gruselig und eindeutig gay!

Text: Daniel Schwan; Foto: inqueery.de

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