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Kettcar – Rockband mit klarer Haltung

Published On Januar 14, 2018 | By redaktion | Magazin

Vor der Gründung von Kettcar im Jahr 2001 war Sänger/Gitarrist Marcus Wiebusch Teil der Band But Alive. Zusammen mit Bassist/Sänger Reimer Bustorff war er zudem bei Rantanplan aktiv. Beide Hamburger Bands glänzten in den 1990er Jahren bereits durch einen Mix aus anspruchsvollen politischen Texten mit Punk und Ska. Zur Besetzung von Kettcar, die mit ihrem aktuellen Album „Ich vs. Wir“ im Januar auf Tournee gehen, gehört neben Sänger/Keyboarder Lars Wiebusch und Schlagzeuger Christian Hake noch unser Gesprächspartner, Gitarrist/Sänger Erik Langer.

Eure Rockband gehört zweifelsohne zu den erfolgreichsten Formationen in Deutschland. Ihr konntet Euch sogar erlauben zwischen Frühjahr 2013 und Sommer 2017 eine kreative Pause einzulegen. Wie hast Du diese genutzt?
Ich habe mir mit meiner Frau einen Traum erfüllt. Wir sind für mehrere Monate nach New York gegangen und haben dort gelebt. Nach unserer Rückkehr habe ich Gitarrenunterricht in Musiktheorie und Harmonielehre genommen. Obwohl ich als Autiodidakt schon so lange Musik mache, wollte ich mir Wissen aneignen. Das kommt auch dem neuen Album zugute, ein gutes Beispiel dafür ist der Song „Trostbrücke Süd“. Und jetzt unterrichte ich sogar selber, was zusätzlich zum Lebensunterhalt beiträgt.

Auf das Debüt „Du Und Wieviel Von Deinen Freunden“ (2002) folgten zwei weitere Alben, dann erschien „Zwischen Den Runden“ (2012). Da waren Kettcar aus dem Underground schon erfolgreich im Mainstream angekommen. Wann war für Euch klar, dass ihr eine Fortsetzung plant?
Das war Anfang 2015, nachdem Marcus seine Soloplatte abgewickelt hatte. Da waren wir uns alle schon einig, dass Geld nicht der Beweggrund für „Ich vs. Wir“ sein darf um weiter gemeinsam Musik zu machen. Aber natürlich müssen wir mit Familien im Hintergrund auch Geld verdienen.

11 Titel haben es auf das von Philipp Steinke produzierte Album geschafft. Worin liegt der größte Unterschied zu den Vorgängern?
Bei der Musik haben viel mehr zusammengearbeitet. Früher kam der einzelne mit einem fertigen Stück zur Band, dann wurde es umgesetzt. Dieses Mal haben wir in einem früheren Stadium den einzelnen Track erst gemeinsam begutachtet und dann das finale Ergebnis ausgearbeitet. In Sachen Texten sind nach wie vor Marcus und Reimer federführend aktiv.

Eine große Band ist lautstark zurückgekommen. Alle Titel zeichnet eine besondere emotionale Tiefe aus. Und ihr bezieht erneut klar Stellung, mit allen Titeln zwischen „Ankunfshalle“ bis hin zu „Den Revolver Entsichern“. Hast Du dabei einen Lieblingssong?
Wenn überhaupt, dann die erste Singleauskoppelung “Sommer ´89 (Er Schnitt Löcher In Den Zaun)“ und „Den Revolver Entsichern“. „Sommer ´89“ auch wegen des Videos, dass wir in Zusammenarbeit mit der Hochschule Westfalen-Lippe gedreht haben. Ein guter Freund von uns kennt eine Dozentin der Hochschule und so war es uns trotz geringem Budget möglich, ein recht aufwendiges Video zu drehen.

Mit „Fußball Ist Immer Noch Wichtig“ und „Der Tag Wird Kommen“ hat Marcus in der Vergangenheit immer wieder eindringliche Fußball-Songs geschrieben. Gibt es einen weiteren auf „Ich vs. Wir“?

Ja, dazu höre man „Manschaftsaufstellung“. Ein treffsicheres Statement zu Deutsch und National…

Preis: EUR 16,99
„Ich vs. Wir“ erscheint auf dem Label Grand Hotel van Cleef. Es wurde zu Eurem Debüt von Marcus, Reimer und Thees Ulmann (Tomte) gegründet, dazu gesellte sich später der Kettcar-Manager Rainer Ott. Das Label hat sich prächtig entwickelt. Was gibt es über GHvC noch zu erzählen?
2017 hat das Label ja schon sein 15jähriges Bestehen gefeiert. Seit vielen Jahren ist es ja auch Plattenfirma für andere Künstler, dazu gehören u.a. Tim Neuhaus, die Intergalactic Lovers, Fortuna Ehrenfeld und die Hansen Band. Auch die Bookingliste an Bands wird immer länger. Dann gibt es noch einen stetig wachsenden Shop und einen eigenen Musikverlag.

Zu „Ich vs. Wir“ gab es bereits im November 2017 einige ausgewählte Shows, bei denen ihr alle 11 Titel des Albums und einige ältere Stücke zum Besten gegeben habt. Wie sieht die Show im Januar/Februar denn dann aus, was erwartet die BesucherInnen? Eine Clubshow ist ja nicht Rock am Ring…
Zwischen dem Tourauftakt in Saarbrücken und dem Tourabschluss in Bremen werden wir eine Art Best Of Kettcar präsentieren. Stücke aller bisherigen Alben sowie viele neue Titel. Ansonsten gehen wir auf der Bühnen recht reduziert ans Werk, bei uns gibt es keine aufblasbaren Penisse oder Ähnliches, nur Licht und Backdrop werden bis ins Detail geplant. Egal wo wir spielen, der magische Spannungsbogen zwischen Band und Band ist immer unser Ziel.

Text: Frank Keil. Bild: PR

Information!
Garage, Saarbrücken
Donnerstag, 18. Januar, 20.00 Uhr
kettcar.net

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