Klaus Lage

Soloprogramm voller intensiver Songs

Der mittlerweile 68jährige Klaus Lage aus Bremen gilt als unverwechselbarer Rock-Sänger/-Songwriter. Ob solo, im Duo, mit Band oder Bigband, der Künstler hat seit Mitte der 1970er Jahre deutschsprachige Musikgeschichte geschrieben. So gern er Hits wie „Faust auf Faust“ oder „1000 und 1 Nacht“ singt, zeigt er in seinen zahlreichen Veröffentlichungen und Live-Auftritten, dass er nicht nur auf seine großen Erfolge festzulegen ist. Im Laufe seiner langen Karriere (auch Musical, Film und TV) war er immer für die ein oder andere Überraschung gut. Im Interview kommen wir diesem bewegten Leben ein wenig näher.

Mit „Ich bin viele“ bringen Sie ihr mittlerweile viertes Soloprogramm auf die Bühne. Ein aktuelles Album dazu gibt es aber nicht. Welche Lieder aus ihrer über 40jährigen Karriere kommen in die Auswahl für diese Tournee? Gehören auch persönliche Geschichten und Anekdoten zum Programm?

Das Album ist älter, inklusive dem Titelstück darauf. Live habe ich einen Querschnitt mehrerer Alben aus den 2000er Jahren vorbereitet, eine Mischung, die damals nicht im Vordergrund stand. Da ich solo unterwegs bin, ist die ganze Sache sehr persönlich, mit Geschichten und Anekdoten aus meinen Leben.

Bei Soloauftritten kann man sich nicht hinter einer Band verstecken, hat keine Verschnaufpause während der Show. Wie bereiten sie sich auf ein solches Programm vor? Und wie halten Sie es mit der Erholung während einer langen Tournee?

Ich lebe vor und während der Tournee gesundheitsbewußt, bin viel an der frischen Luft, bereite mich gut mit Proben auf ein wesentliches Programm vor. Es ist so eine Art ´back to the roots´, zurück zu den Anfängen meiner Karriere, als ich mir eine hochwertige Musiker-Begleitung gar nicht leisten konnte. Es ist auf das Wesenliche reduziert, ein Instrument und eine Stimme. Das ist anstrengend, aber andere Leute gehen auch arbeiten…

Ihr aktuelles Album ist „Das Big Band Projekt“ aus dem Jahr 2018, eine Zusammenarbeit mit dem Musiker/Arrangeur Joachim Refardt. Wird es dazu eine weitere Tournee geben?

Das Bigband-Thema wird mit Sicherheit auch in den nächsten Jahren aktuell bleiben, zumal ich nach 2018 auch 2019 mit der Bigband der Bundeswehr auf Tournee gehe. Was den Kreis von Soloauftritten zu Bigband-Shows schließt, von 1 bis 21, ich bin viele.

In den 1970er Jahren begann ihre musikalische Karriere als Mitglieder des Berliner Rock Ensemble (BRE). Haben sie heute noch Kontakt zu dem ein oder anderen Mitmusiker von damals und inwiefern können Sie mit dem Blues und Rock der damaligen Zeit noch identifizieren?

Regelmäßigen Kontakt habe ich nicht, aber wenn ich gelegentlich in Berlin bin, dann treffe ich mich mit dem Gitarristen und dem Keyboarder. Zu Blues und Rock habe ich nach wie vor eine enge Verbindung, vor allem wenn ich mit meiner Band auftrete. Diese Art von Musik werde ich nie links liegenlassen, ich bin eine Art bluesiger-rockiger Liedermacher.

Nicht nur mit ihren eigenen Liedern und auf Deutsch vorgetragenen Cover-Versionen u.a. von Janis Joplin und Bob Dylan haben Sie sich für die deutsche Sprache stark gemacht. Auch das Deutsche RockRadio wurde von Ihnen mit Kollegen wie u.a. den Scorpions und Peter Maffay ins Leben gerufen. Was hatte es damit auf sich und wie lange bestand die Institution?

Ich war da vornehmlich engagiert, die anderen eher nur Namensgeber. Eine Zeit lang war es spannend, hatte sich aber anders entwickelt als ich mir es zunächst vorgestellt hatte. Es hat gedauert den Privatsender zu etablieren, dann ging es mehr um Kommerz als um Inhalte. Ich wollte aber Radio wie früher machen, das war nicht mehr zeitgemäß, daraufhin habe ich nach ein paar Jahren das Interesse verloren und meine Anteile letztendlich verkauft.

Sie sind seit 2014 Bo(o)tschafter der Seenotretter, was hat es damit auf sich?

Das ist eine sehr interessante und lobenswerte Organisation, für die ich mich seither einsetze. Zum damaligen Geschäftsführer hatte ich einen guten Draht und seit vielen Blicken hinter die Kulissen schätze ich die Unabhängigkeit der DGzRS. Und das Motto: „Rette mit, wer kann. Spende mit, wer kann.“ teile ich gerne. Auf Tour habe ich immer ein Spendenschiff mit dabei und da kommt am Ende immer eine beträchtliche Summe für die Seenotretter zusammen.

Ihr größter Hit „1000 und 1 Nacht“ stammt bereits aus dem Jahr 1984. Ob mit Band oder solo, spielen sie den Song bei jedem Konzert oder fällt der Hit gelegentlich aus ihrem Repertoire?

Nein, das steht gar nicht zur Diskussion. In welchem Arrangement und in welcher Besetzung kommt auf die jeweilige Show an. Es ist das bekannteste Lied von mir und die Leute freuen sich darauf, es gibt keinen Grund die Fans diesbezüglich zu enttäuschen. Nur Ende der 1980er Jahre gab es eine kurze Phase, wo ich den Hit ausgelassen habe, aber ihn s dann doch chnell wieder in mein Repertoire aufnahm.

2020 werden Sie 70 Jahre alt, denken Sie in diesem Zusammenhang über Bühnenabschied und Ruhestand nach?

Das bleibt ja gar nicht aus gelegentlich daran zu denken. Aber ich lebe nach dem Prinzip „es kütt wie et kütt“, ich werde nicht sagen, das ist meine letzte Tour und trete dann später vom Rücktritt zurück. Ich mache so lange weiter, wie meine Stimme und Gesundheit es zuläßt und das Publikum mich sehen will. Den Rest lasse ich auf mich zukommen, ohne Schwerpunkte auf die Jubiläen zu legen.

Text: Frank Keil. Bild: PR

Stadthalle, Merzig: Donnerstag, 07. März

Fritz Wunderlich-Halle, Kusel: Freitag, 08. März

www.klauslage.de