Kunsthalle Mannheim

Französisches Flair mit digitaler Innovation

Die Kunsthalle Mannheim, die seit 1909 als Museum gegründet wurde, erblühte 2018 im neuen Stil. Das zum 300-jährigen Stadtjubiläum im Jugendstilbau errichtete Museum, macht mit seiner neuen Erscheinung eine Reise in die Gegenwart. Als Zeuge verschiedener Epochen und Kunstwerke prägt sie die deutsche und europäische Museumsszene. Beginnend mit Kunstwerken der Avantgarde bis hin zur Nachkriegszeit waren unterschiedliche Werke in der Kunsthalle beheimatet. Mit einem Ausstellungsschwerpunkt auf Frankreich im Jahr 2019 zeigt sich die Kunsthalle als internationaler Blickpunkt der Kunst.

Neubau

Im Juni 2018 öffnete der Museumskomplex mit vielen Neuheiten in architektonischer als auch in technischer Hinsicht seine Türen. Die Architektur des Neubaus beruht auf dem Konzept der „Stadt in der Stadt“, das mit Elementen wie Brücken und Passagen spielt. Kennzeichnend für das Konzept ist der Programmbezug zur alltäglichen Realität des Menschen in der urbanisierten Gesellschaft. Somit dient die Kunsthalle Mannheim als Spiegel für den Menschen, mit dem Blick in die eigene Welt. Der große Neubau wurde durch die private Spende des SAP Mitbegründers Dr. hc. Hans-Werner Hector und Beiträgen der Stadt Mannheim und des Landes Baden-Württemberg sowie weiteren privaten Spendern finanziert und nach dreijähriger Bauzeit eröffnet.

Mit einer Nutzfläche von 13.000 m² insgesamt und einer Ausstellungsfläche von rund 5500 m² bietet die neue Kunsthalle Mannheim ihren Besuchern, ein weites Spektrum an Kunst und Kultur. Ein Blickfang ist auch das Tageslichtatrium mit einem Glasdach in Höhe von knapp 22 Metern, welches als zentraler Punkt von 13 „Kuben“, Ausstellungsflächen, umrahmt ist. Außerdem wurden den Sonderausstellungen breitere Nutzflächen im Erdgeschoss des Neubaus eingerichtet, womit diese in den Fokus rücken können. Das Museum ermöglicht nicht nur den Blick in die Kultur, sondern bietet den Besuchern auch einen angenehmen Aufenthalt mit dem Museumsrrestaurant LUXX und einem Museumsshop. Auch die Atmosphäre für die Besucher steht im Neubau an oberster Stelle. Eine entspannte Pause, die zur Verinnerlichung der Ausstellungen dient, ist durch mehrere Sitzmöglichkeiten im Atrium geschaffen worden. Hier dienen Tribünenstufen als Rückzugsort, die wie vor einem Dom oder einem Brunnen an einem historischen Ort erscheinen. Der Neubau erblüht auch mit seiner digitalen Revolution, und erweitert auch damit seine Zielgruppe. Mit der Multimedia-Guide App ist es möglich, die Ausstellungen wie mit einem Reiseführer oder einer Städtetour zu erkundigen. Eine besondere Neuerung ist auch die Collection Wall, eine Wand aus 16 Monitoren, auf denen man die Mannheimer Kunstsammlung auch digital erleben kann.

Aktuelle Ausstellung „Henri Laurens – Wellentöchter“

Henri Laurens, der 1885 geboren ist, starb 1954 just in dem Zeitraum, als er ich international einen Namen machte. Der französische Bildhauer der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zählt, neben Braques und Pablo Picasso, zu den bedeutendsten Kubisten. Die Spannweite seiner Kunst reicht vom kubistischen Frühwerk bis hin zur biomorphen Volumenplastik. Seine kubistischen Erkenntnisse aus der Malerei erscheinen in der Kunstgattung der Plastik. Vor allem die reifen Werke Laurens` zeichnen sich durch den Naturbezug und die fließenden Linien aus. Das Bündnis der Form mit der Natur wird mit einem mythologischen Aspekt vereint. Er ruft mit seinen Skulpturen weibliche Meereswesen aus der griechischen Mythologie ins Leben. Auch die Namen seiner Werke, wie zum Beispiel „Sirenen“ oder „Ozeaniden“, betonen den Titel der Ausstellung: Wellentöchter. In seinen Werken herrscht eine Harmonie zwischen Gegensätzen. Diese Harmonie erreicht Laurens in dem er Hohlräumen Volumen hinzufügt und volle Räume mit Löchern versehen hat. Die Kunsthalle Mannheim ist mit Henri Laurens` Ausstellung „Wellentöchter“ Gastgeber für französische Plastik. Im Neubau werden 60 Skulpturen des französischen Künstlers präsentiert. Diese werden von Druckgrafiken, Zeichnungen und Künstlerbüchern von Laurens begleitet, um den Besuchern Einblicke hinter die Kulissen dieser Werke und deren Entstehungsphase zu ermöglichen.

Text: Redaktion
Fotos: Kunsthalle Mannheim

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