Ponyklau – Fetisch-Kitsch aus Lack und Plüsch

Published On September 1, 2009 | By redaktion | Fashion, Model Madness

Das Saarland ist in der Welt nicht gerade bekannt als Kreativzelle für exzentrische Mode. Das allerdings völlig zu Unrecht. Denn seit über vier Jahren beweist Kathrin Engel aus St. Ingbert mit ihrem Label „ponyklau“, dass man nicht in die Ferne schweifen muss, um sich stylemäßig ein wenig von der breiten Masse abzusetzen. Grob in Stilen wie Pin-Up, Fetisch, Cyber und Kitsch verortet, entstehen hier in echter Handarbeit Korsetts, Röcke und mehr, von klassisch bis abgefahren – und immer als Unikat.

Angefangen hat bei der 24-Jährigen alles mit einer Mischung aus vorhandener Kreativität und gesundem Entsetzen über die Stangenware der Modeindustrie. So war nach der Ausbildung zur Floristin klar, dass die Zukunft nicht im Stecken von Blumengebinden, sondern im Modedesign liegt. Eigene Klamotten genäht und gekaufte umgenäht hatte Kathrin sowieso schon sehr früh, und erste professionelle Erfahrungen mit den Grundlagen des Handwerks konnte sie in der Kostümabteilung des Saarländischen Staatstheaters sammeln. Danach ging’s weiter mit der Ausbildung an der Modedesignschule Manuel Fritz in Mannheim, die im September dieses Jahres abgeschlossen sein wird.

Ponyklau

Vorne wie hinten pontastisch.

Neben der vollen theoretischen und praktischen Breitseite mit Nähen, Stoffkunde, Schnittführung bis hin zu Referaten über Waschmittel musste Kathrin auch ihr Können am Computer beweisen, denn auch für die moderne Modedesignerin geht heutzutage nichts mehr ohne diverse Schnittprogramme nebst diversen „Basics“ wie Adobe Illustrator und Photoshop.

Für ponyklau heißt es dann aber wieder „back to the roots“, denn Kathrin entwirft ihre Einzelstücke immer noch am liebsten auf Papier, weil’s bei den ausgefallenen Klamotten oft einfacher ist – und mehr Spaß macht. Die Stoffe in teils verwegenen Mustern findet sie hauptsächlich im Ausland auf Stoffmessen, im Internet, aber ab und zu auch mal im Kaufhaus. Dabei verwirklicht Kathrin gern auch exotische Kundenwünsche. Verkauft wird dann über den eigenen Online-Shop; ein Laden in Saarbrücken ist in Planung.

Klar kommen Korsetts und Uniform-Schiffchen besonders in der Fetisch- und Gothic-Szene gut an, und so werden die neuen ponyklau-Kreationen auch gern auf Modenschauen im Rahmen entsprechender Events vorgestellt. Kathrin selbst fühlt sich aber keiner festen Szene zugehörig, sondern gestaltet einfach das, was ihr selbst gefällt, abseits von allen Schubladen und Genres.
Dass das Ergebnis nicht immer alltagstauglich ist, versteht sich von selbst.

Stichwort Alltag: Nach den größten Modesünden der letzten Jahre auf Deutschlands Straßen befragt, fallen Kathrin spontan Croc-Sandalen, Strass-Applikationen mit Totenkopfmuster sowie Tribal- und Tattoo-Prints ein. Vorsicht ist also geboten, denn der Grat zwischen Stil-Ikone und fashion victim ist schmal…

Text: Thomas Mang Bild: Ponyklau

www.ponyklau.com

Kathrin Engel

Kathrin Engel

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