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Powerwolf – Power Metal aus Saarbrücken

Beste deutsche Metal Band? Auf jeden Fall muss Powerwolf dafür in die engere Auswahl genommen werden. Das Quintett aus Saarbrücken hat sich in den letzten Jahren ganz nach oben gespielt und mit „Blessed & Possessed“ 2015 die deutschen Charts erobert. Jetzt veröffentlichen Powerwolf ihre neue CD „The Sacrament Of Sin“ und gehen damit auf eine ausgedehnte Tournee. Eine Bestandsaufnahme mit Organist Falk Maria Schlegel.

Warum tretet Ihr seit der Bandgründung 2003 unter Pseudonymen auf?
Es ging für uns von Anfang an auch auf der Bühne darum, etwas Besonderes darzustellen. Das Image rund um dieses Pseudonym halten wir folgerichtig bis heute aufrecht. Mich gibt es eigentlich nur als Falk Maria Schlegel.

Seit wann könnt Ihr von der Musik Euren Lebensunterhalt bestreiten?
Wir haben uns tatsächlich mit den bisherigen Alben und den unzähligen Live-Shows eine riesige Anhängerschaft erspielt. Den heutigen Erfolg konnte man so also gar nicht planen, dafür haben wir uns nie verbogen. Seit ungefähr fünf, sechs Jahren ist die Band jetzt ein Vollzeit-Job, ich z.b. kümmere mich auch viel um das Organisatorische. Aber am Ende des Tages entscheiden die Fans, wie es mit der Band weitergeht.

Seit 2011 sitzt der Holländer Roel van Helden am Schlagzeug, gab es im Saarland keinen geeigneten Drummer?
Zu den Aufnahmen von „Blood of The Saints“ mußten wir uns 2011 im Studio in Darmstadt kurzfristig Ersatz suchen. Roel hat da ebenfalls aufgenommen, sich angeboten und ist dann bei Powerwolf eingestiegen. Das hat vom ersten Moment menschlich und musikalisch gepasst. Daher haben wir im Saarland gar nicht weiter gesucht.

Ist es schwierig für die Band sich nach 2013 am Erfolg des damaligen Nr. 1-Albums „Preachers Of The Night“ messen zu lassen. Wie geht man als Band mit der eigenen Erwartungshaltung bzw. der von Label und Bookingagentur um?
Natürlich ist bei jedem Album ein gewisser Druck da, den wir uns auch selber machen. Man will sich ja auch immer verbessern. Aber wir arbeiten daran, uns von diesem Druck weitgehend frei zu machen und uns ganz auf unsere künstlerische Qualität zu konzentrieren. Und unser Label zieht da auch zu 100% mit. Wenn dann die neuen Songs bereits bei den ersten Shows funktionieren, kehrt bei mir ein beruhigender Zustand ein.

2015 habt Ihr auf der limitierten CD „Metallum Nostrum“ u.a. Ozzy Osbourne und Gary Moore gecovert. Zählt Ihr diese Musiker bis heute zu Euren maßgeblichen Einflüssen?
Ja, absolut. Das war ein uns stark beeinflussendes Projekt. Und wir haben es geschafft, dass selbst die Cover nach Powerwolf klingen. Jetzt haben wir ja das Cover-Ding umgekehrt, Bands wie Kreator oder Saltatio Mortis covern unsere Songs, was unser ´Standing´ in der Szene unterstreicht.

Das neue Album „The Sacrament Of Sin“ wurde mit Star-Produzent Jens Bogren (u.a. Amon Amarth) in Schweden umgesetzt, wie wichtig war er für die 12 neuen Titel?
Nach sechs Alben war es an der Zeit das Aufnahmeteam zu ändern. Von der Vorproduktion ausgehend, sind wir dann zusammen mit ihm zu einem überraschenden, aber unverkennbaren Studiowerk gekommen.

Welcher Stellenwert kommt den Texten zwischen „Fire & Forgive“ bis hin zu „Fist By Fist (Sacralize or Strike)“ zu?
Sie müssen authentisch sein und da liegen wir mit dem Mix aus Englisch, Deutsch und Latein nach wie vor richtig. Und den religiösen und spirituellen Themen bleiben wir treu. In Kombination mit der Musik ist das einfach unser Markenzeichen.

Mit „Where The Wild Wolves Have Gone“ präsentiert Ihr eine Ballade, mit „Incense And Iron“ eher Folk-Metal. Wo lässt sich das Album in Eurem bisherigen Kontext einordnen?
Trotz dieser außergewöhnlichen Vielfalt ist „The Sacrament Of Sin“ ein typisches Powerwolf-Album geworden. Das Ergebnis präsentiert sich vielfältig, aber nicht experimentell. Ich denke, die Fans werden nicht enttäuscht werden.

Was ist Dein Geheimtipp im heimischen Saarbrücken, wo gehst Du hin, wenn Du nicht gerade in Paris, Falun oder Moskau auftrittst?
Vor allem bin ich gerne im Nauwieser Viertel unterwegs. Im Kurzen Eck, im Fleur und der Burgerei.

Text: Frank Keil. Bild: PR

Saarlandhalle, Saarbrücken
Samstag 17. November, 20.00 Uhr
powerwolf.net