Sasha Grey – mehr als nur Porno im Kopf

Published On September 1, 2009 | By redaktion | Filme, Queer

Sich Pornos anzuschauen, ist beileibe nicht mehr verwerflich geschweige denn pervers. Diese Zeiten sind vorbei – zumal es immer mehr Frauen gibt, die auf Pornos stehen – vor einigen Jahren noch undenkbar. Porno ist gesellschaftsfähig geworden und höchstens für die prüdesten Moralapostel einen Aufreger wert. Nackte Haut ist längst kein Tabu mehr (s. die Werbeindustrie) und beileibe nicht alle Porno-Darstellerinnen sind Freaks, sondern mitunter Teil der multidisziplinären Popkultur. Letzteres behauptet der neue Stern am Pornohimmel: Sasha Grey.
Sie mag recht haben. Hierzulande regt sich keiner mehr über Gina Wild auf, die nach dem Ende ihrer leider viel zu kurzen Pornokarriere unter ihrem bürgerlichen Namen Michaela Schaffrath ins halbwegs seriöse Schauspielfach wechselte und Dauergast in Talkshows wurde. In den USA ist wiederum Traci Lords, die mit 15 (!) ihren ersten Porno drehte, bestens bekannt. Sie ist derzeit in der Porno-Komödie „Zack & Miri Make A Porno“ im Kino zu sehen.

Grey ist sprichwörtlich das jüngste Beispiel eines Pornostars, der es mit einem seriösen Film versucht hat – und das mit Erfolg. Die 21-jährige, geboren unter dem Namen Marina Ann Hantzis, tauchte 2006 erstmals und zwar aus Spaß an der Freude und keineswegs zugedrogt in einen Porno auf. Da sie laut eigener Aussage auf harten, dreckigen, zugleich aber auch kreativen Sex steht, fiel es ihr nicht schwer, vor der Kamera ebenfalls alles zu geben. Für ihre besonderen Fähigkeiten erhielt sie 2007 zusammen mit Sandra Romain und Manuel Ferrara für eine Szene in dem Film „Fuck Slaves“ (Jake Malone/Evil Angel) einen Adult Video News Award in der Kategorie „Best Three Way Sex Scene“. Im gleichen Jahr gründete sie mit einigen Musikern die experimentelle Industrial/Electro-Band Atelecine, in der sie singt und diverse Instrumente spielt.
Grey, 2008 als jüngste Darstellerin überhaupt zum „AVN Performer Of The Year“ ernannt und zwischenzeitlich zudem als Model für das US-Modelabel American Apparel tätig, ist in vielerlei Hinsicht begabt. Das erkannte auch der renommierte Regisseur Steven Soderbergh, der sie für die Rolle des Call Girls Christine alias Chelsea in dem Kinodrama „The Girlfriend Experience“ (Magnolia Pictures) castete.

Während der Soderbergh-Film derzeit noch nicht in hiesigen Kinos zu sehen, ist „9 To 5 Days In Porn“ (Zorro Film GmbH) bereits angelaufen. Die Doku des deutschen Regisseurs Jens Hoffmann, musikalisch exquisit untermalt durch Songs von Brant Bjork (Ex-Kyuss), The Dwarves und WhoMadeWho, wirft einen Blick auf die umtriebige US-Pornoindustrie.

Hoffmann betreibt weder Schönfärberei, noch verurteilt er. Es kommen zahlreiche Akteure, deren Agenten, Regisseure und Produzenten zu Wort – einige, wenn auch wenige, sind einem gar sympathisch. Zu denen zählt Grey, die sich erstaunlich selbstbewusst gibt und eine sehr klare Vorstellung von ihrem Leben hat. Erst recht von ihrem Sexleben. Sie sehnt sich „nach allen Formen der sexuellen Perversion.“ Sie sei „bereit, der Stoff zu sein, der alle Fantasien erfüllt“. Von ihr wird man also noch mehr hören und sehen. Derzeit konzipiert ein Grafikbuch über Sex und Philosophie.

Text: Peter Parker Bild: Magnolia Pictures

www.sashagrey.com

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