Six Days Of Calm – Kathartisches Debüt

Was würden wir, die Musik für essentiell für unser Leben erachten, ohne solche Künstler wie Six Days Of Calm machen, deren Musik schon nach wenigen Takten den Resetknopf unseres Kopfes findet und auslöst? Sogleich ist der gottverdammte Stress und der Druck, die uns tagtäglich begleiten, verdrängt. „The Ocean’s Lullaby“ ist kathartisch im pursten Sinne. Die sieben Songs spülen die negativen Gedanken für insgesamt 52 Minuten hinfort.

Hinter diesem Ein-Mann-Projekt steckt Marc Fischer von der Metalcore-Band Watch Them Fade. Er fing vor zwei Jahren damit an, mittels Rockinstrumentarium (plus Synthesizer und Samples) eigene Songs zu schreiben; ausufernd, sphärisch, dynamisch, repetitiv und ohne Gesang erschuf er einen Soundtrack für ein wenig Stille in unseren Köpfen. Fischer erfindet das Postrock-Genre nicht neu, aber das muss er auch nicht, solange seine Kompositionen den Effekt erzielen, der sonst Bands wie Explosions In The Sky oder Mogwai so leicht von der Hand geht.

Text: Kai Florian Becker | Bild: Hummelgrafik

Six Days Of Calm „The Ocean’s Lullaby“ (Midsummer/Cargo)
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