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Wirtz – Charismatische Geschichten

Published On Mai 24, 2018 | By redaktion | Magazin

Daniel Wirtz schreibt und singt mit dem aktuellen Album „Die Fünfte Dimension“ die charismatischen Geschichten aus seinem Leben fort. Seine DIY-Attitüde ist seit über zehn Jahren erfolgreich, nicht zuletzt weil er der Rockmusik auch live stets treu geblieben ist. Zeit für ein Gespräch, bevor der Frankfurter wieder in Deutschland unterwegs ist.

Im Anschluss an Deine Karriere mit Sub7Even hast Du Deine musikalische Laufbahn als Solokünstler mit deutschsprachigen Stücken fortgesetzt, dafür aber wieder eine Band zusammengestellt. Welche der damaligen Musiker begleiten Dich heute noch?

Man muss sagen, dass wir – Matthias Hoffmann, die zweite Hälfte von WIRTZ – musikalisch alles selbst ausbaldowern und uns dann fürs Studio die passenden Cracks holen, die unsere Ideen dann hochkarätig einnageln und noch ein bisschen was draufsetzen. Die Band existiert vor allem live – und das nunmehr im elften Jahr quasi unverändert. Ich kann mit einigem Stolz sagen, dass von den drei Jungs, die damals bei den ersten WIRTZ-Konzerten mit mir auf die Bühne gegangen sind nur einer auf der kommenden Tour nicht dabei sein wird. Und das nicht, weil wir uns nicht mehr leiden können, sondern weil er so ein großartiger Musiker ist, dass er noch andere Verpflichtungen hat und es für unsere Tour einfach terminlich diesmal nicht gepasst hat.
Matthias ist 50% von WIRTZ, zusammen sind wir mehr als die Summe der einzelnen Teile. Matthias hat mich damals bestärkt, das Ding auf Deutsch durchzuziehen und zaubert Album für Album Dinger aus dem Hut, auf die ich nie kommen würde. Also: Ja, Matthias ist in jeder Hinsicht genauso WIRTZ, wie ich – nur, dass er nicht mit auf der Bühne steht.

Was hat Dich dazu bewogen mit WIRTZMUSIK ein eigenes Label zu gründen und zu betreiben, wie hat es sich bis dato entwickelt?
Während meiner Zeit mit Sub7even durfte ich das Business ja ein bisschen kennen lernen und war vorher auch schon in diversen Funktionen selbst Teil des Apparats. Da erlebt man dann ein paar Sachen, bei denen man sich denkt „Würde ich anders machen“. Wir hatten mit dem ersten Album im Gepäck – einer wahnsinnig persönlichen, intimen Platte – ein paar Gespräche mit diversen Labels, aber am Ende hieß es dann immer in irgendeiner Form „Super Platte, aber das geht nicht, dieses geht nicht, wo ist der Hit, mach das mal so und das mal so, dann wird’s geil.“ Und wir dachten nur: Ne, ist schon geil, das ist genau so gemeint und genau so soll es auch bleiben. Also haben wir es dann einfach selbst gemacht, weil wir uns nicht reinreden lassen wollten. Wir haben jetzt neben dem künstlerischen auch das wirtschaftliche Risiko, aber das ist es uns wert. (lacht) Auch wenn es ein Haufen Mehrarbeit ist, fahren wir damit gut und können uns auch nicht vorstellen, es nochmal anders zu machen.

Inwiefern unterscheidet sich der erfolgreiche Vorgänger „Auf die Plätze, fertig, los“ vom aktuellen Album? Was macht „Die fünfte Dimension“ besonders für Dich/Euch? Wo würdest Du das Album im Kontext der bisherigen Veröffentlichungen einreihen?
„Die fünfte Dimension“ ist genau das Album geworden, das wir machen wollten. Das hört sich selbstverständlich an, aber diesmal ist es uns tatsächlich gelungen, unsere Ideen nahezu zu 100% auf die Platte zu kommen, keine Kompromisse, keine Zugeständnisse an Zeitpläne oder technische Gegebenheiten. Wir haben für „Die fünfte Dimension“ in Sachen Produktion so mächtig aufgefahren, wie vorher noch nie. Deshalb sind wir so uneingeschränkt glücklich mit dem Album. Künstlerisch unterscheidet sich das Album für uns nicht von den Vorgängern. Denn wir haben alles wieder wie immer gemacht: Wir schreiben auf, was in uns steckt und schauen, wie sich das anhört und anfühlt. Es gab keine Pläne, wir haben uns nichts vorgenommen, was wir diesmal ganz anders oder ganz besonders gut machen wollten. „Die fünfte Dimension“ ist so ein typisches WIRTZ-Album – wie alle anderen Alben vorher auch. Im Rückblick kann man sagen, dass „Die fünfte Dimension“ wieder etwas schwerer ausgefallen ist, als „Auf die Plätze, fertig, los“. Dahinter steckt aber kein Kalkül. Auf alle Fälle ist „Die fünfte Dimension“ so emotional näher an den ersten drei Alben dran, als an „Auf die Plätze, fertig, los“.

Wann, wo und über welchen Zeitraum sind die neuen Songs entstanden? Hast Du 2 oder 3 Lieblingstitel auf dem Album, die Du hinsichtlich Musik/Text kurz skizzieren kannst?
Ach weißt du… Mit den Songs ist es wie mit den eigenen Kindern: Wenn du einen als den Liebling auswählst, tust du den anderen fürchterlich unrecht. Das ist einfach nicht möglich, gerade weil bei uns jeder Song irgendwie persönlich ist. Grundsätzlich gibt es aber schon ein paar Songs, die so ein bisschen das Feld abstecken, in dem wir uns diesmal bewegen. „Gib mich nicht auf“ erzählt für unsere Verhältnisse sehr opulent eine sehr persönliche Geschichte, mit Streichern und dem ganz großen Besteck. „Ich bleibe hier“ ist eine total bis aufs Skelett reduzierte Ballade – und dann gibt es wie immer ein paar Rockbretter mit schön tiefen Gitarren und dem Zeug zur Livehymne. Ich bin selbst gespannt, was live besonders zünden wird. Heißer Kandidat: „Moment für die Ewigkeit“! Aber das sollen dann die Leute beurteilen, denen wir es in der Garage live vor den Latz knallen. (lacht)

Preis: EUR 14,99
Du hast 2015 an der VOX-Sendung „Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“ mit dem Yvonne Catterfeld-Titel „Du Hast Mein Herz Gebrochen“ teilgenommen. Hat Dich der Erfolg mit Deiner Rockversion überrascht und hat sich der Auftritt in der Fernsehshow nachhaltig gelohnt?
Nein, wir waren ehrlich gesagt nicht besonders überrascht, auch wenn das jetzt vielleicht nicht besonders sympathisch klingt (lacht). Wir hatten ja das Glück, dass es WIRTZ auch vor der Sendung von acht Jahre lang gab und wir uns mit jedem Album und jedem Konzert ein kleines Stückchen nach vorne gearbeitet haben. Die Leute haben immer alle noch einen Freund zum nächsten Konzert mitgebracht und so ist alles schön langsam und organisch gewachsen und wir konnten beobachten, dass wir mit unseren Sachen Menschen bewegen können. Das Schöne an der Sendung ist ja, dass man da nicht auf den schnellen Effekt gehen muss, sondern sich über mehrere Sendungen mit einer ganzen Bandbreite präsentieren darf. Wäre es nur darum gegangen, mit dem größtmöglichen Stilbruch ein paar kurze Schenkelklopfer zu ernten, hätte ich nicht mitgemacht. So konnten wir mal ein paar Wochen lang einer großen Zahl Musikinteressierter Mal zeigen, was es in Deutschland so alles unter dem Radar der großen Radioöffentlichkeit passiert.

Geht es Dir mit dem Album nur um Entertainment oder kommst Du als Songwriter/Sänger auch einer gesellschaftlichen Aufgabe nach, eine Art von Infotainment zu bieten?
Natürlich hat man als Musiker, der ein paar Menschen erreichen kann, einen Auftrag, mehr abzuliefern, als nur „lalala“. Es ist ein Privileg, dass es Leute gibt, die einem zuhören. Ich bin allerdings kein Freund davon, irgendwelche großen Themen in drei Minuten zu verhandeln und gleich noch den Weltfrieden herbei zu singen. Das kann ich nicht. Meine Songs sind eine Art Selbsttherapie, ich versuche, mich dadurch an ein paar kleine Dinge zu erinnern, die ich selbst beeinflussen kann – und derer ich mir immer bewusst sein will. Es geht darum, nichts als selbstverständlich und Gott gegeben hinzunehmen. Es geht darum, mich daran zu erinnern, an mir zu arbeiten und manche Fehler nicht zweimal zu machen. Wenn sich jemand darin wiederfindet, darf er sich die Songs gerne schnappen und sie für sich selbst benutzen. Ich merke bei jedem Konzert, dass es offensichtlich ganz vielen Leuten so geht, wie mir und die ihre Gedanken noch nicht in Worte fassen konnten. Dass sie ihre Gedanken in meinen Worten wiederfinden, ist ein großartiges Gefühl und das schweißt uns alle zusammen.

Wohin geht die musikalische Reise vom Künstler Wirtz 2018, was steht schwerpunktmäßig auf dem Programm? Und wie und wo entspannt der private Mensch Wirtz?
Jetzt steht erstmal die Tour an, auf die wir uns wahnsinnig freuen. Ein neues Album auf die Reise zu schicken, das direkte Feedback von den Leuten zu kriegen, das ist schon immer etwas ganz Besonderes. Entspannen? Das steht jetzt erstmal nicht mehr an. (lacht) Aber viel mehr positive Energie als in den kommenden Wochen und während der Festivalsaison kann man auch gar nicht mehr tanken.

Text: Frank Keil Bild: PR

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