Y´akoto – Soulige Weltenbummlerin

Schon als Jugendliche war Y´akoto musikalisch in unterschiedlichen Genres aktiv, hinzu kam eien Ausbildung als Tanzpädagogin. Mit der EP „Tamba“, über das Schicksal eines Kindersoldaten, begann 2011 ihre Karriere als Solokünstlerin. Bis heute folgten drei erfolgreiche Alben. Hier nun ein Interview über Leben und Karriere des hübschen und sympathischen Ausnahmetalents.

Du bist in Hamburg geboren, in Ghana und einigen anderen Staaten Afrikas aufgewachsen. ´Home is where the heart is´ sagt man ja. Wo lebst Du denn heute?

Immer noch nirgendwo. Es ist ein Experiment, was ich vielleicht noch ein paar Jahre so weiterführe. Danach ziehe ich mich zurück. Mir ist egal wo. Hauptsache in der Natur. Das Stadtleben ist ermüdend. 

Welche Stile haben Dich zu Beginn Deiner Karriere als Songwriterin/Sängerin geprägt und welches Ereignis würdest Du als den Durchbruch Deiner musikalischen Karriere bezeichnen?

Ich hatte nie einen Durchbruch. Mich hat immer das Leben geprägt und dass ich von meiner Liebe zur Musik leben wollte. Von Stilen und Genres weiß ich nicht so viel und wusste es auch nie so richtig. 

Neben der Musik gehört Deine Liebe auch dem Tanz, Du bist ausgebildete Tanzpädagogin, richtig? Wie sehr helfen Dir diese Fähigkeiten hinsichtlich Deiner Bühnenperformance?

Gar nicht. Die Bühne ist ein Ort der mich beruhigt, da denke ich an nichts. Nur an Musik und an meine Texte. Mehr nicht. Ich habe Tanzpädagogik studiert, weil ich nicht gut genug war für eine professionelle Bühnentanzausbildung. Das war ein Kompromiss. Ich mochte es nie, besonders aufgekratzte laute Kinder und eingebildete Teenager zu unterrichten. Ich bewundere Lehrer und Pädagoginnen, sie sind so wichtig für unsere Gesellschaft und viel zu oft unterbezahlt. 

In allen Deiner drei Alben „Baby Blues“ (2012), „Moody Blues“ (2014) und „Mermaid Blues“ (2017) hast Du den Blues. Bezieht sich der Blues bei Dir mehr auf eine afroamerikanische Komponente? 

Es ist ein schönes Wort mit starker Geschichte. Eine Musikrichtung die von Schwarzen kommt. Daraus würde dann mehr. Folk, Pop usw. aber es geht mir dabei auch um den Klang und dass ich wollte, das alle drei Alben thematisch zusammenbleiben. 

Alle Deine Texte haben Inhalte und Botschaften, Politik, Gesellschaft, Soziales kommt zum Ausdruck. Engagierst Du Dich abseits der Musik auch aktiv, z.B. in Nichtregierungsorganisationen?

Nicht alle! Manche handeln auch vom „Mensch Sein“. Ja. ist ja auch eine verrückte Welt. Gerade engagiere ich mich gegen häusliche Gewalt. Jede vierte Frau weltweit hat mindestens einmal in ihrem Leben körperliche oder sexuelle Partnerschaftsgewalt erlebt. Betroffen sind Frauen aller sozialen Schichten. Das geht mir zu weit. 

Deine Show Ende Juni in Saarlouis steht unter dem Motto ´Gewaltig Leise´. Was hat es damit auf sich, kommst Du allein oder mit Band und wird es schon den ein oder anderen neuen, bisher nicht veröffentlichten Song zu hören geben?

´Gewaltig leise´ kommt nicht von mir, sondern von den Festivalorganisatoren. Das haben die sich ausgedacht. Ich komme mit meiner Band. Nein. Ich spiele keine neuen Songs. Nur die sogenannten Klassiker von den drei Alben.

Wird es mit 31 Jahren Zeit für Dich an eine eigene Familie, an Kinder zu denken, oder hat derzeit die Musik noch Priorität? 

Ich bin 32. Fragt man das 32jährige männliche Künstler auch? Musik zu machen ist keine Frage der Priorität, sondern eine Haltung. Meine Überzeugung, ehrliche Lieder zu singen, braucht keinen Rang oder eine Prioritätenliste. 

Wie verbringst Du Deine Freizeit, welchen Lieblingsbeschäftigungen gehst Du nach und womit kann man Dir eine Freude machen?

Ich schlafe und esse gerne. Gute Bücher, schlau und lustig geschrieben, machen mich glücklich. Und Musik natürlich.

Text: Frank Keil | Bild: PR

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