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Granada – Massentauglicher Dialekt-Pop

Die österreichische Mundart-Band aus Graz um Sänger und Interviewpartner Thomas ´Effi´ Petritsch präsentiert aktuell mit „Ge Bitte“ ihr zweites Album. Die neuen Titel knüpfen nahtlos an das erfolgreiche Debüt an. Was die Band mit dem Film „Planet Ottakring“, den Sportfreunden Stiller und mit dem Akkordeon verbindet, klärt der umfassende Blick hinter die Kulissen.

Zunächst hast Du nur englische Texte geschrieben. Dadurch wurde Filmproduzent Michael Riebl auf Dich aufmerksam und bat Dich 2015 um die deutschsprachige Titelmusik zu „Planet Ottakring“.
Ja, der Titelsong „Ottakring“ über den 16. Wiener Bezirk und „Eh OK“ stammen von mir und wurden von Granada, die ich in meiner Heimatstadt Graz zusammengestellt habe, eingespielt. Als steirisches und urwienerisches Instrument kommt dem Akkordeon dabei eine große Bedeutung zu. Und es wird ja auch auf dem Balkan, Ottakring ist sehr multikulturell geprägt, gerne und viel in der Volks- und Popmusik verwendet.

Haben die Reaktionen auf das Debüt „Granada“ 2016 die Erwartungen der Band übertroffen? Gerade auch in Deutschland wurde Euer Mundart-Pop sehr wohlwollend aufgenommen.
Absolut. Es war eine große Überraschung für uns. Massives Radio-Airplay, eine Support-Tour für die mit uns befreundeten Sportfreunde Stiller sowie viele eigene ausverkaufte Shows, u.a. sogar in Hamburg, waren keineswegs selbstverständlich. Als wir das Projekt in eine Band transformiert haben, konnten wir durch die Zusammenarbeit mit Blickpunkt Pop viele Leute erreichen. Das wäre sonst sicher nicht so schnell gegangen.

Ihr hat immer wieder sehr fleißig Videos produziert, aktuell „Ge Bitte“. Sind diese auch in kommerzieller Hinsicht relevant?
Sie sind zumindest ein wichtiger Bestandteil unserer künstlerischen Arbeit. Zwar haben sich die Formate geändert, auf denen Videos heute präsentiert werden können, nichtsdestotrotz liegt uns viel daran, unsere musikalischen Botschaften auch visuell umzusetzen.

Wie lange, wo und mit wem habt ihr am zweiten Album gearbeitet? Welche Rolle spielte dabei Produzent Oliver Zülch?
Oliver hat ja schon unser Debüt produziert und u.a. mit den Sportfreunden Stiller, Bela B und Slime gearbeitet. Viele der neuen Titel entstanden schon vor zwei, drei Jahren und sind final bearbeitet, jetzt auf „Ge Bitte“ zu hören. Es ist also eher ein schleichender Übergang zwischen dem Debüt und dem Nachfolger, zumal einige der neuen Songs auch schon im Live-Repertoire vor Publikum getestet und für gut befunden wurden. Mit einem Album hast Du ja auch keine abendfüllende Show parat. Aufgenommen haben wir in Italien, in einem ruhigen Bergdorf zwischen Pisa und Florenz in der Toskana. Das hat rund zwei Wochen gedauert.

Wie wichtig sind die Texte aus Deiner Feder, was soll das Publikum davon mitnehmen, was soll hängenbleiben?
Ich sehe die Verbindung mit der Musik als gleichbedeutend an. Bodenständige, ein wenig zynisch-humorvolle Lyrik, die mit den eingängigen Melodien meiner vier Mitstreiter guten Alternative-/Indie-Pop ergibt. Und Mitsingen, Mittanzen darf/soll dabei gerne jeder. Texte und Musik sind nur zusammen stark und spannend.

Welche Verbindungen bestehen zu Künstlern wie Bilderbuch und Wanda einerseits, zu Autro-Pop-Legenden wie Rainhard Fendrich und Wolfgang Ambros andererseits?
Wir sind mit Austro-Pop aufgewachsen und heute verbindet uns eine Art Neo-Austro-Pop, da wir alle auf Mundart singen.

Ein langer Festival-Sommer und eine ausgiebige Tour durch D, A und die CH stehten an. Wie bereitet Ihr Euch darauf vor?
Je nach Festival und Club-Show wird jeder einzelne Auftritt sorgfältig geplant, die Songauswahl und die visuelle Umsetzung besprochen. Dazu gehören dann auch die beiden Vorbands Saint Chameleon und Bärenheld, die wir beide recht gut finden und denen wir Auftritte vor einem größeren Publikum ermöglichen wollen.

Text: Frank Keil. Bild: Carina Antl

Jazzhaus, Freiburg
Dienstag, 20. November, 20.00 Uhr
granadamusik.com