Jamaram

Reggae & Weltmusik

Jamaram ist eine Münchner Band, die ausgehend von Reggae & Dub, in ihren Liveshows und Studio-Produktionen auch auf Ska, Latin, Pop, Balkaneinflüsse und Afrobeat zugreift. Mit „To The Moon And The Sun“ veröffentlichen die Musiker bereits ihr elftes Album. Im Gegensatz zu den Vorgängern haben Jamaram bei den bei den 14 neuen Titeln den musikalischen Fokus auf Reggae mit all seinen Facetten gelegt. Inhaltlich geht es in den Songs wie „Diamond Girl“ und „Outside“ vornehmlich um die Beziehung von Menschen zueinander, das Spektrum reicht von Liebe bis hin zu Migration. Durch die Teilnahme am Pro 7-TV-Format „My Hit. Your Song“ wurden sie kürzlich einem breiteren Mainstream-Publikum bekannt.

2019 sind noch drei Gründungsmitglieder in der aktuellen Besetzung von Jamaram aktiv. Was ist Eure Motivation bis heute mit der Band musikalisch weiterzumachen?

Das stimmt so nicht ganz: Zwar haben Tom, Sam und Murxen die Band initial gegründet, aber schon sehr bald kamen auch Benni Beblo (Bass), Giovanni Pecorini (Saxophon) und Nik Thäle (Percussion) dazu, die auch immer noch Teil der Band sind. Lediglich ich (Lionel Wharton am Keyboard) kam „erst“ vor 11 Jahren dazu und unser Trompeter ist seit 2014 dabei. Die Motivation zum Weitermachen ist ganz klar das Lächeln auf den Gesichtern im Publikum sobald wir loslegen und die Tatsache, dass wir gemeinsam als Band mehr bewegen können als allein. Nach all den gemeinsamen Jahren streiten wir natürlich immer noch, aber wissen, dass wir spätestens auf der Bühne wieder zusammenfinden.

Eure Diskografie umfasst mittlerweile 11 Alben, die aktuelle CD ist Ende März veröffentlicht worden. Mit welcher Bedeutung reiht sie sich in die bisherige Werkschau ein? Und Welche CD war die bisher kommerziellste im Laufe Eurer Karriere?

Ein Album ist immer ein Meilenstein. Es spiegelt den aktuellen Stand der Band wieder. Die Fans können uns so beim Wachsen zuschauen oder besser gesagt zuhören und auch wir können daran ablesen wo wir stehen. Am besten verkauft hat unser Best Of-Album „Almost Hits“. Bei der Produktion eines Albums haben wir nicht den kommerziellen Erfolg im Auge.  Das bremst den kreativen Prozess. Wir machen was uns gefällt, was aus uns raus muss. Wenn wir hinter unserem Produkt stehen, dann wird es auch ein Erfolg. Bis jetzt sind wir gut damit gefahren.

Welchem Stück des aktuellen Albums kommt die größte Bedeutung zu, musikalisch wie lyrisch? Oder gibt es überhaupt keine Wertigkeit?

Das aktuelle Album ist vermutlich die Scheibe mit den tiefgründigsten Texten, die wir jemals geschrieben haben. „Little Boy“ beispielsweise begleitet die Protagonisten des Liedes bei ihrer Flucht über das Mittelmeer. Erzählt wird einmal aus Sicht eines jungen Mannes und einmal schauen wir durch die Augen eines kleinen Mädchens. „Rise“ beschäftigt sich mit dem Raubtierkapitalismus und hinterfragt was man braucht um glücklich zu sein.

Neben Eurem langjährigen Produzenten Umberto Echo hat auch erstmalig Guido Craveiro (u.a. Seeed, Cro) im Studio mitgewirkt. Brauchtet ihr neuen Input?

Seeed ist natürlich ein Vorbild für Jamaram. Es ergab sich, dass wir ein paar Shows Guido Craveiro als unseren Tontechniker dabeihatten. Es „klickte“ sofort zwischen ihm und uns und wir wollten unbedingt zusammenarbeiten. 

Ihr produziert in regelmäßigen Abständen Videos, aktuell z.B. für „Diamond Girl“ und „Outside“. Selbstzweck oder gibt es noch Formate, auf denen man mit einem Video neue Fans erreicht?

Ein bisschen von Beidem: Wir machen bei unseren Videos – genau wie bei unserer Bühnenshow – alles von A-Z selbst. Wir haben die Dinge gern in der Hand und uns über die Jahre das nötige Knowhow drauf geschafft bzw. Leute gefunden, an die wir uns wenden können, wenn wir mal nicht aus eigener Kraft weiterkommen. So stellen wir sicher, dass wir genau das transportiert bekommen, was uns am Herzen liegt und wir haben großen Spaß dran. Dazu kommt aber natürlich auch, dass man in Zeiten von Instagram und Co. über visuell ansprechende Posts mehr Leute erreicht.

Die Band hat sich in den letzten Jahren immer wieder sozial engagiert. Welche Projekte stehen derzeit auf Eurer Agenda?

Wir bleiben “GO AHEAD!” treu. Seit 2006 arbeiten wir mit dieser Organisation zusammen, weil wir überzeugt sind von ihrer sehr guten, transparenten Arbeit. Das Geld und die Hilfe kommt da an, wo wie gebraucht wird und versandet nicht irgendwo unterwegs in überbordenden Verwaltungsstrukturen. Wir halten es für sehr wichtig den Projekten, die wir mit Hilfe unserer Fans unterstützen, nicht nur kurzfristig helfen zu können. Wir möchten ihnen zumindest eine mittelfristige finanzielle Planungssicherheit geben. Damit kann man mehr ausrichten.

Eure bestätigten Tourtermine in D, A und CH reichen bereits bis in den Oktober hinein. Gibt es für 2019 bereits Pläne im Ausland aufzutreten?

Mir sind noch keine bekannt, aber was nicht ist kann noch werden, wer weiß “what tomorrow brings“.

Text: Frank Keil. Bild: PR

Jazzhaus, Freiburg

Samstag, 11. Mai, 20.00 Uhr

www.jamaram.de

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