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Ohrenfeindt – Vollgasroggenrohl aus St.Pauli

Published On Dezember 11, 2017 | By redaktion | Magazin

Mit dem aktuellen Album „Zwei Fäuste für Rock´n Roll“ ist das 1994 in Hamburg gegründete Trio im Dezember auf Clubtour in Deutschland unterwegs. Sänger/Bassist Chris Laut, einzig noch verbliebenes Gründungsmitglied, wird dann wieder Gitarrist Pierre ´Keule´ Blesse und Schlagzeuger Andi Rohde an seiner Seite haben. Zusammen zelebrieren sie charterprobten Vollgasrock aus St. Pauli, treten das Pedal stets zu 100% voll durch. Für den Blick hinter die Kulissen baten wir Chris vorab zum Klönschnack.

Neun Jahre hat es gedauert, bis mit „Schmutzige Liebe“ 2003 das erste Ohrenfeindt-Album erschien. Seitdem folgten zahlreiche weitere Veröffentlichungen. Könnt ihr heute von der Band leben?
Ja, schon sehr lange, so ungefähr seit „Rock´n Roll Sexgott“ aus dem Jahr 2006. Da sind wir endgültig vom Amateurbereich in das Profilager gewechselt. Ohrenfeindt ist heute definitiv ein Vollzeitjob.

Alles im Namen des Rock´n Roll also. Spiegelt sich das Motto auch in den Einflüssen der Formation wider? In der Regel geht es bei Euch ja richtig heftig zur Sache. Und nur auf Deutsch, oder?
Ich hatte schon als Jugendlicher den Traum ein Powertrio zu machen, in dem ich singe und Bass spiele. Über Vorläuferprojekte, bei denen auch noch Englisch im Spiel war, habe ich mich nach und nach angenähert. Alles beeinflußt von unseren Idolen wie Led Zeppelin, Aerosmith, AC/DC, Rose Tattoo und Deep Purple. Und was ich zu sagen habe, sage ich auf Deutsch. Ich spreche Deutsch, das Publikum versteht Deutsch, also warum soll ich als Filter eine fremde Sprache ins Spiel bringen. Also keine Klon-Sache, sondern etwas Eigenständiges.

Mundharmonika, Flaschenhals-Gitarre, fette Riffs, eine donnernde Rhythmus-Sektion und Dein rauher, heiserer Gesang bleiben auch auf „Zwei Fäuste für Rock´n Roll“ markantes Markenzeichen des Kiez-Dreiers. Dazu jede Menge geiler Titel Marke „Deine Mudder singt bei Lordi“. Hört sich nach einer gelungenen Produktion an?
Klar. Irgendwann fängst Du an die ersten Ideen und Texte umzusetzen, nach einigen Monaten sind dann einzelne Songs fertig und werden aufgenommen. Keule und Andi bringen sich da stilistisch voll ein, gemäß unserem Profil. Wir machen ja jetzt nicht auf einmal Ethno-Jazz… „Koks und Noten“ z.B. basiert auf einem Soundcheck in Weiden, wo die Idee dazu entstand. An anderen Titeln habe ich auch schon länger geschrieben, habe sie verworfen und dann irgendwann wieder ausgegraben. Aufgenommen haben wir dieses Mal in Hannover, im Horus Sound Studio von Frank Bornemann, vor allem um den Schlagzeug-Sound zu perfektionieren.
OHRENFEINDT
Verlangt diese Art von Rock´n Roll mit seinen Geschichten über den alltäglichen Wahnsinn auch nach einer bombastischen Bühnenshow voller irrer Outfits, Requisiten, Licht und Pyro?
Da gibt es aber eine klare Budgetrestriktion. Du mußt Dir die Vorverkäufe anschauen und dann entscheiden, was im jeweiligen Club oder auf der großen Bühne Sinn macht. Wir können ja nicht immer Geld mitbringen… Und die Frage ist ja auch, brauchen die Songs die große Show überhaupt, oder haben wir genug Energie um unsere Titel selbstbewußt zu performen.

„Schmutzige Liebe“, „Mit Vollgas & Blaulicht“, „Auf die Fresse ist umsonst“, das alles hört sich gewaltig nach wilden Partynächten und Exzessen auf Tour an. Oder kenn ihr Eure Grenzen?
Absolut, denn wir haben einen hohen Anspruch an uns selbst. Wer zu Ohrenfeindt kommt, verbringt dafür netto sicher acht Stunden seines Lebens mit Vorbereitung, An- und Abreise und dem eigentlichen Konzert. Ich z.B. trinke seit 1985 gar keinen Alkohol, die anderen begnügen sich mit 1-2 Bier am Abend. Keiner raucht, aber den Kontakt zu den Fans kannst Du trotzdem vor und nach der Show aufrechhalten. Leistung kannst Du halt am nächste Tag nicht bringen, wenn Du Dich den Abend zuvor immer vollballerst.

Auftritte bei den Hamburg Harley Days, die Kulthymne „Harley-luja“ als einziger deutschsprachiger Titel auf dem 100 Jahre-Harley-Davidson-Sampler. Bist Du selbst Biker, fährst ein Harley-Davidson-Motorrad oder einen Oldtimer?
Völlig überraschend beides! Ich fahre eine Sportster/Evo, die in diesem Jahr zum Oldtimer geworden ist. Aber gerade im Sommer, komme ich kaum zum Fahren, weil da die Open-Air-Saison mit Ohrenfeindt sehr zeitintensiv ist.

Text: Frank Keil Bild: Billy Schwalbe / Stephan Sackmann

Kammgarn, Kaiserslautern
Samstag, 16. Dezember, 20.00 Uhr
ohrenfeindt.de

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