So war’s bei Deichkind

Etwas mehr als 3.000 Fans kamen in die Arena in Trier, um Deichkind im Rahmen ihrer Tournee zum Album „Wer sagt denn das?“ live zu erleben. Und die bekamen einiges geboten. Das fing mit einer kurzweiligen Musikclip-Show an. Auf einem weißen Vorhang, der Bühne verhüllte, wurden zahlreiche Videos gezeigt: von Punk(rock) (The Clash, Blondie, Ramones), Ska (Madness) und Old School-HipHop von Missy Elliott, NAS, Naughty By Nature, den Beastie Boys und Tag Team mit ihrem Ohrwurm „Whoomp! (There It Is)“ über Billie Eilish und Großstadtgeflüster („F***T-EUCH-ALLEE“) bis hin zu „Killing In The Name“ von Rage Against The Machine.

Danach ging das Licht aus und Lars Eidinger hatten seinen Videoauftritt. Nackt am Haken hängend wurde er in blaue Farbe getunkt und zu kunstvoller, meditativer Musik über eine Leinwand gezogen. Das malerische Ergebnis dieser Kunstaktion banden Deichkind geschickt in das erste Bühnenbild des Abends ein. Von da an war die Bühne in ständiger Veränderung und wurde von einem bis zu 20 Deichkindern bevölkert.

Es gab aber nicht nur viel zu sehen, sondern auch zu hören: knapp 30 Songs trugen sie vor. Erst standen die ihres siebten Studioalbums im Mittelpunkt, dann frühere Hits wie „Illegale Fans“, „Leider geil“, „Bon Voyage“, „Arbeit nervt“ (mit Bürostuhl) und „Roll das Fass rein“ (mit Fass im Publikum). „Ein bisschen mehr Leistung bitte!“, schallte es bei „Bück Dich Hoch“ von der Bühne. War das Publikum zuvor nicht laut genug, schrien nun viel mehr Fans viel laut den Refrain mit. Mehr Leistung mussten die unnachahmlichen Hamburger an diesem Abend nicht abliefern: sie gaben wieder einmal alles! Außer beim Sound – der war zu dünn.

Text: Kai Florian Becker Bilder: Layoutist