Godslave


Godslave

Gemeinsam zurück


Ja, es kriselte bei Godslave. Doch die Saarländer melden sich nun in unveränderter Besetzung und gestärkt und hochmotiviert mit beeindruckendem Thrash Metal zurück. Ihr selbstbetiteltes Album ist ein Leckerbissen für alle Fans des Genres. Wir sprachen mit den Gitarristen Bernie und Manni.


Wart ihr seinerzeit überrascht, dass der Name Godslave überhaupt noch verfügbar war und ihn Euch niemand streitig machte?

Bernie: „Überrascht nicht. Damals gab es zwar die Metal Archives schon, aber das war nicht ganz so gut ausgebaut, wie es jetzt ist, wo man dort wirklich alles findet. Wir hatten damals auf verschiedenen Kanälen recherchiert: Google, Bing, Yahoo und alles, was es gab. Myspace sogar. Wir haben tatsächlich nie ernsthaft über Markenschutz nachgedacht. Es gibt wohl eine Band namens Godslave, die aber nie wirklich groß was gemacht hat. Von daher hatten wir uns da nie Stress gemacht.“


Kann es sein, dass Ihr ein Fable für die New Yorker Band Overkill habt? Ich denke da an den Eröffnungssong eures neuen Albums: „Reset, Rebuild, Reclaim“.

Bernie: „Von Beginn an werden wir mit Overkill verglichen. Mit meiner ehemaligen Band Icon hatten wir damals die Farbe rot als Leitfarbe. Mit Godslave entschieden wir uns für grün und schwarz. Wohlwissend, dass es auch andere Bands gibt, die damit arbeiten - siehe Overkill oder Type O Negative. Hätten wir andere Farben, dann würde Overkill nicht ganz so oft genannt werden. Aber jetzt, wo unser Sänger Thommy nicht mehr growlt, ist natürlich die Nähe zu Overkill noch mal deutlicher. Tommy klingt ja manchmal wie so ein kleiner Assi. Das ist ja etwas, was bei Overkill-Sänger Blitz sehr gut funktioniert.“


Euer neues Album heißt „Godslave“, was den Schluss nahelegt, es gibt eine Art Neustart bzw. es gab eine Zäsur. Zudem heißt es, das Album wäre mehr denn je ein Gemeinschaftsprojekt.

Bernie: „Der größte Faktor war, dass wir zu dritt, unser Bassist Mika, Manni und ich, in einem Raum saßen und gemeinsam Songs schrieben. Wir haben gemeinsam in diesen kreativen Prozess gefunden, was wahnsinnig schön war - und befreiend. An einem Samstag hatten wir plötzlich zwei Songs fertig. Auf der Rückfahrt habe ich geheult, weil ich es echt nicht fassen konnte, dass es endlich wieder losgeht und auch funktionierte. Zuvor hatte ich hatte das Gefühl, das wird nie wieder was.“

Manni: „Auf diesem Album sind auf jeden Fall mehr gemeinsame Songs als auf den vorherigen. Vor Corona hatten wir mal ein Songwriting Retreat gemacht, wo wir anderthalb Tage zusammen Songs schrieben. Witzigerweise sind Teile von einem dieser Songs jetzt auf diesem Album gelandet.“


Ihr habt für das 2025er Album „Champions“ 20 Covers aufgenommen. Wie kam es dazu?

Bernie: „Ich mag es überhaupt nicht, wenn Bands, die hauptsächlich originäre Musik haben, Coversongs spielen, weil ich mich dann frage, ob sie ihrer eigenen Musik nicht trauen. Aber wir wollten zum fünfzehnjährigen Bandjubiläum zurückzublicken. Wo kommt man her? Welche Songs haben mich dazu bewegt, bei Godslave zu spielen?“

Manni: „Es ging nicht darum, coole Coversongs zu haben, sondern um Songs, die einem persönlich wichtig sind. Es wurden bewusst keine Songs aus der ersten Reihe gewählt.“

Stummsche Reithalle, Neunkirchen

Samstag, 12. September 2026 // 18.30 Uhr

godslave.de


Text: Kai Florian Becker

Bild: Metalville