Jalen Ngonda


Jalen Ngonda

Die Zukunft der Soulmusik


Der 1994 geborene US-amerikanische Songwriter und Sänger Jalen Ngonda mit Wahlheimat London, wird spätestens seit seinem Debüt „Come Around And Love Me“ (2023) von Fans und Medien als neuer Soul-Superstar gefeiert. Mit dem kommenden zweiten Album „Doctrine of Love“ (5. Juni via Daptone Records) erweitert er seinen charakteristischen Sound voller Einflüsse aus den 1960er und 1970er Jahren um modernen Pop und R&B. Im Rahmen seiner ausgedehnten Europa-Tournee wird er dann im Oktober auch nach Deutschland kommen.

Welche Art von Musik hat dich in deiner Kindheit und Jugend dazu inspiriert, später professioneller Musiker zu werden?

Vor allem klassischer Soul der 1960er Jahre, insbesondere die Temptations, aber auch Jazz und klassischer Rock.


Hast du damals professionellen Gesangs- und Instrumentalunterricht genommen?

Nein, ich bin Autodidakt!


Was waren die Gründe für deinen Umzug von den USA nach England im Jahr 2014?

Ich kam an das Liverpool Institute for Performing Arts, um Musik zu studieren.


Du hast von 2016 bis 2022 eine ganze Reihe von Singles und EPs veröffentlicht. Warum hat es relativ lange gedauert, bis 2023 deine erste LP/CD „Come Around And Love Me“ erschien?

Ich war ohne Plattenvertrag und auf der Suche nach meinem Weg, daher wurden all diese Aufnahmen in Eigenregie veröffentlicht. Erst als ich nach London zog, mein Management wechselte und einen Vertrag mit Daptone abschloss – einem Label, das meine Vision teilte, ein klassisches, aber zeitgenössisches Soul-Album zu veröffentlichen – änderte sich das.


Ist der Vergleich mit der Legende Marvin Gaye ein Segen und ein Fluch für dich und deine Karriere?

Es ist eigentlich weder ein Segen noch ein Fluch; tatsächlich ist Marvin Gaye einer von vielen Künstlern, die mich inspiriert haben und weiterhin inspirieren.

Hast du eine bestimmte Vorliebe, was Live-Auftritte oder Studioaufnahmen angeht? Hast du da Präferenzen, oder sind beide Aspekte für deine künstlerische Arbeit gleichermaßen wichtig?

Ich liebe einfach den gesamten Prozess.



Wie würdest du die Entwicklung bzw. das Wachstum deiner Songs von „Come Around And Love Me“ bis „Doctrine Of Love“ beschreiben?

Ich würde sagen, dass beide Alben gleichwertig sind. Da dies das zweite Album ist, das ich mit Mike Buckley und Vince Chiarito als Produzenten aufgenommen habe, haben wir uns wohl besser kennengelernt. Und wahrscheinlich steckt ein bisschen mehr von „mir“ in diesen Songs und Aufnahmen.



Du hast 10 neue Tracks von „Anyone In Love“ bis „Taken Out Of The Picture“ aufgenommen. Gibt es einen „roten Faden“, der die Songs verbindet?

Nicht wirklich, es gibt kein Konzept – das waren einfach die zehn besten Songs, die wir ausgewählt haben, um sie aufzunehmen!



Wie würdest du die Texte beschreiben? Nur Unterhaltung, eine Art Infotainment oder eine klare Auseinandersetzung mit Gesellschaft und Politik?

Ich schreibe, was mir in den Sinn kommt und was mir durch den Kopf geht – so einfach ist das wirklich.



Hast du einen persönlichen Favoriten auf dem neuen Album? Wenn ja, welchen und warum?

Meine Lieblingssongs ändern sich ständig, ich liebe sie alle.



Wie wichtig waren die Musiker und der Produzent für die Aufnahme der neuen LP/CD?

Es ist ein Prozess, und deshalb sind sie natürlich unverzichtbar – ohne sie wäre es ein ganz anderes Album.



Von April bis November bist du ständig in Großbritannien und Europa auf Tour. Was können die Leute von den kommenden Konzerten erwarten? Begleitet dich die Studiobesetzung auch auf der Bühne, oder gibt es da einen großen Unterschied?

Nun, beim ersten Album bin ich zunächst mit der Aufnahmeband auf Tour gegangen, und jetzt touren wir mit einer Band, die ich in Großbritannien zusammengestellt habe – aus dem einfachen Grund, dass ich in Großbritannien lebe und das am sinnvollsten war. Was die Erwartungen angeht: Wir haben die Band vergrößert und spielen natürlich die neuen Songs zusammen mit den Favoriten vom letzten Album und den Singles.



Es gibt auch einen privaten Jalen Ngonda. Wie entspannst du dich vom Musikgeschäft? Familie? Hobbys?

Mit Freunden ausgehen, Platten kaufen und Vintage-Kleidung – so oft ich auf Tour kann, findet man mich normalerweise in einem Plattenladen.



Text: Frank Keil I Bilder: Rosie Cohe

jngonda.com