Mikado Koko


Mikado Koko

Mikado Koko: Progressives Solo-Klavierwerk

Die japanische Avantgardistin, Dichterin und Produzentin Mikado Koko veröffentlichte Mitte Februar "PIANOINACAGE" (Caliban Sounds/Bertus Musikvertrieb). "PIANOINACAGE" mit seinen insgesamt 13 Stücken zwischen „Lotus Eater No. 1“ und „Fortuna Reprise“ ist ein Solo-Klavierwerk einer progressiven Künstlerin im traditionellen Stil. Mit minimalen, gefühlsbetonten Kompositionen und technischem Können schürft Koko nostalgische Melodien, die auf ihre eigene Weise den Status quo in Frage stellen. Sie schafft dabei ruhige und zarte Stücke, die ein meditatives Zuhören belohnen.

Welche musikalische Ausbildung hast Du absolviert und mit welchem Ziel vor Augen?

Eigentlich wollte ich Punkrock machen und habe mir deshalb als Jugendliche im Selbstunterricht Gitarre, Piano und Programming beigebracht. Zu dieser Zeit reifte auch die Vorstellung professionelle Musikerin zu werden.


Kannst Du uns bitte drei Künstler, Künstlerinnen oder Bands nennen, die zu Deinen Allzeitfavoriten zählen?

Der französische Komponist Erik Satie, die US-amerikanische Rockband The Velvet Underground und der britische Künstler Brian Eno.


Du hast Deine musikalische Karriere 2017 als Clubproduzentin mit Tracks begonnen, die schwerpunktmäßig traditionelle japanische Musik enthielten. Später rückte Dein Fokus mehr in Richtung Poesie und Komposition. Welche japanischen Einflüsse sind noch präsent?

Ich habe traditionellen japanischen Tanz, Nihon Buyo, erlernt. Japanischer Minimalismus, Imperfektionismus sowie traditionelle ästhetische Empfindsamkeiten sind Teil meiner kreativen Ergebnisse.


Wie siehst Du Dich schwerpunktmäßig selber, als Produzentin, Musikerin oder als Poetin?

Ich habe da tatsächlich keinen Schwerpunkt, beziehungsweise bin mir nicht sicher, welchen Schwerpunkt es gibt.


Kannst Du eine Veröffentlichung aus Deiner Diskographie nennen, die für Dich selber richtungsweisend war?

Das wäre „Maza Gusu“ aus dem Jahr 2021. „Maza Gusu“ ist meine Adaption von Mutter Gans, einer literarischen Figur aus Kinderreimen und Märchen. Weil ich mich in die fremde, psychedelische Welt einer japanischen „Alice In Wonderland“-Version hineinversetzen kann.

Du kommst von Punk und Avantgarde und überraschst aktuell mit Deinem neuen Album „PIANOINACAGE“. Was kannst Du uns Wissenswertes über die Produktion berichten?

Wir haben in den letzten Jahren in einer schwierigen Welt gelebt. Im Gegensatz dazu wollte ich wunderschön entspannte Aufnahmen setzen. Gefühlsbetonte, meditative Kompositionen. An dem Album habe ich mehrere Monate lang gearbeitet. Ein Produzent war nicht mit dabei, stattdessen habe ich den Klangerzeuger „Piano Motifs“ genutzt. Der Opener, die erste Singleauskoppelung „Lotus Eater No. 1“ ist mein persönlicher Favorit, weil der Titel mich an meine friedvolle Kindheit erinnert.


Du verzichtest bei den 13 Stücken auf Lyrics. Wofür stehen die Titel, für reine Unterhaltung oder auch kritische Auseinandersetzung mit Deiner Umwelt?

Wie eingangs erwähnt, bin ich sehr von Erik Satie, von der Einfachheit und der Klarheit seiner Kompositionen beeinflusst. Ich mag Anarcho Punk und Avantgarde aber persönlich denke ich, dass Piano-Musik wie auf „PIANOINACAGE“ noch radikaler ist. Eine Rebellion gegen die Macht und Mächtigen.


Hat Deine Musik eine Art meditativen Charakter?

Ja, sie steht dem japanischen Zen-Buddhismus sehr nah.


Wird es auch eine Umsetzung von „PIANOINACAGE“ auf der Bühne geben und sind auch Shows in Deutschland geplant?

Aus persönlichen Gründen trete ich nicht live auf. Wenn jemand meine Kompositionen aufführen würde, würde ich dies gerne sehen und hören.


Neben der öffentlichen Mikado Koko gibt es auch die private. Was gibt es da zu erzählen?

Ich bin verheiratet und lebe mit meinem Mann und meiner Katze zusammen. Meine Musik ist Hobby und Beruf. Ansonsten liebe ich AI generated NFT.


Die japanische Musikszene ist äußerst vielfältig. Gibt es Künstler, Künstlerinnen oder Bands die Du empfehlen kannst?

Ich habe The DNAYS produziert, einen Art Garage Punk Band, die dem Dadaismus nahesteht.




Vielen Dank an Mikado Koko!

Text: Frank Keil

Bilder: Mikado Koko

fb.com/kokomikado