bohren und der club of gore

Bohren & Der Club Of Gore – Kein Höher-schneller-weiter-Spiel mehr

Published On November 1, 2016 | By redaktion | Live, Tipps

Ambient Jazz oder -Doom sind Begriffe, die mit der schleichenden Musik von Bohren & Der Club Of Gore in Verbindung gebracht werden. Mitte November kommt die Band endlich mal ins Saarland, genauer gesagt in die Sparte4. Wir sprachen vorab mit Christoph Clöser.

Die Songs von Bohren & Der Club Of Gore kommen weitestgehend ohne Texte aus. Haben Deiner Meinung nach Instrumentalbands dennoch eine Aussage oder Haltung?
Warum nicht? Die Musik löst auch Bilder aus und kann in irgendeiner Form wirken. Das ist nicht zwangsläufig an Texte gebunden.

Welche Bilder hast Du bei Eurer Musik im Kopf?
Das ist ganz unterschiedlich. Ich sehe aber bei unserer Musik tatsächlich Bilder. Die sehe ich jedoch erst, wenn das jeweilige Stück fertig ist. (lacht) Klar, unsere Musik transportiert eine Haltung. Letztendlich bleibt es dem Ohr des Hörers überlassen, was ihr oder ihm die Musik bedeutet. Ich weiß, was sie für mich bedeutet. Sie verströmt eine gewisse Aura, hat eine bestimmte Gestik und schafft einen bestimmten Raum. Ich kann aber schwer sagen, was sie anderen vermittelt oder bei anderen auslöst.

Es heißt, die Wurzeln der Band lägen im Heavy Metal. Kannst Du nachvollziehen, wie die Entwicklung vom Metal zu dem, was die Band heute macht, vollzogen wurde?
Die Metal-Phase war vor Bohren. Ich selbst kam auch nicht vom Metal, sondern vom Free Jazz. Beide Genres sind aber ganz gut vergleichbar, weil es zwei extreme Richtungen sind, die eine Menge Ähnlichkeiten haben. An einem bestimmten Punkt wollten wir einfach nicht mehr einer bestimmten Szene angehören und das Höher-schneller-weiter-Spiel mitspielen. Es gab dann den Versuch, einen eigenen Klang auf die Beine zu stellen. Das hat auch eine ziemliche Zeit gedauert. Auf „Gore Motel“ von 1994 wollten wir noch mit der Gitarre aus dem Korsett ausbrechen. Ein Jahr später kam mit „Midnight Radio“ ein radikaler Schritt. Die Idee unserer Musik wurde damals schon konkreter. Danach kam der personelle Umbruch mit dem Einstieg von mir und damit einer völlig neuen Facette, da ich als Profimusiker hinzukam. „Sunset Mission“ war anno 2000 das erste Statement unseres neuen Sounds und unserer neuen Besetzung. Es dauerte folglich einige Jahre, in denen die Band fast gar nicht live auftrat und an ihrem Sound rumschraubte. Seitdem treten wir regelmäßig auf und veröffentlichen recht regelmäßig Platten.

Text: Peter Parker
Bild: Bohren & Der Club Of Gore

Information!
Sparte4, Saarbrücken
Samstag, 12. November, 20 Uhr
www.bohrenundderclubofgore.de
www.sparte4.de

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