Eric Fish & Friends – Auf Liedermacherwegen

Seit 1999 steht Eric Fish, Sänger von Subway To Sally, auch mit seinem Liedermacher-Soloprogramm Eric Fish & Friends auf der Bühne. Begleitet wird er dabei von Gerit Hecht (Piano, Akkordeon), Rainer Michalek (Gitarre, Gesang, Mundharmonika) und Friedemann Mäthger (Schlagwerk, Gesang). Ende August erschien ihr neues Album „Gezeiten“ (Esox Music), auf dem das Quartett zwischen „Hoffnung“ und „Dazwischen“ ihr ureigenes Statement zu diesen denkwürdigen Zeiten abgibt. Mehr dazu im Gespräch mit Eric Fish.

Zu Deiner Biografie gehörte neben Subway To Sally von 2017-2019 auch deren Ableger Bannkreis. Hat dies die Arbeit am Soloprogramm verzögert?

Auf jeden Fall hat Eric Fish & Friends in den letzten Jahren unter diesen Verpflichtungen gelitten. Bannkreis war als neues Projekt zeitintensiv und hat sich leider nicht so wie geplant entwickelt. Daher kam es zur Auflösung. Und mit Subway To Sally verdiene ich nach wie vor meinen Lebensunterhalt, daher genießt die Band stets Priorität. Aber durch die zahlreichen Konzertausfälle von Subway To Sally ergaben sich Nischen, die wir gut mit der Produktion von „Gezeiten“ ausfüllen konnten. Bei Subway To Sally bin ich nur singender Frontmann, dagegen trägt Eric Fish & Friends viel mehr meine Handschrift als Komponist, Musiker und Texter.

Um was geht es Euch inhaltlich bei dem Album, was wollt ihr mit den Titeln zum Ausdruck bringen?

Der Albumtitel ist Programm. Zwischen Ebbe und Flut bewegt sich alles. Es geht um mit Altersweisheit versehene Beobachtungen der Welt um uns herum. Die Stücke sollen zum Nachdenken anregen. Mut machen, Hoffnung geben und mit Botschaften aufrütteln, um sich auf Ursprüngliches zu besinnen. Im klassischen Sinn wollen wir Liedermacher sein, die Lieder mit Inhalt erschaffen. Von romantischer bis hin zu kämpferischer Attitüde.

In Sachen Instrumentierung wirken Eure Stücke dabei fast minimalistisch. Trotzdem entwickelt sich das Album zu einem echten Hörerlebnis. Wird der ein oder andere Titel auch visuell in Szene gesetzt?

Arrangements, mehrstimmiger Gesang, filigranes Können. Auf „Gezeiten“ passt alles perfekt zusammen. Die Platte ist bewusst so konzipiert, dass wir sie 1:1 auf die Bühne bringen können. Wir haben ja schon in der Vergangenheit mit Auftritten auf dem Wacken Open Air und der Full Metal Cruise bewiesen, dass es keine bombastische Show braucht, um die Herzen der Fans zu erreichen. Mit „Hoffnung“ hatten wir bereits vorab eine Single und ein beachtliches Video fertiggestellt um auf das Album aufmerksam zu machen.

Die Band konnte bereits in der Vergangenheit auf zahlreiche Freunde und Förderer bauen, war das bei der Fertigstellung von „Gezeiten“ ebenso?

In diesen Tagen mehr denn je. Aus meinem offiziellen Fanclub „Traumfänger“ kam viel Unterstützung bezüglich Covergestaltung, Grafik und Fotografie. Und viele weitere Freunde haben uns mit ihrem selbstlosen Engagement weitergeholfen und so die CD mittels Crowdfunding mit ihrer Solidarität erst möglich gemacht.

Seit ungefähr vier Jahren malst Du auch. Im Booklet von „Gezeiten“ finden sich 12 Bilder zu den Songs, wobei das Bild zum Stück „An Die Kinder“ von Dana Schwarz-Haderek, einer befreundeten Autorin und Malerin stammt.

Ja, das Malen macht mir nach wie vor sehr viel Spaß und ist eine andere Art meine Kreativität auszudrücken. Ob es Kunst ist, sei dahingestellt, aber es gefällt vielen Leuten. Ich habe schon mehrfach ausgestellt und einige Bilder verkauft. Auf meiner Webseite gibt es dazu auch die Rubrik ´Naive Liedermalerei´.

Text: Frank Keil. Bild: Uwe Nimmrichter

www.ericfish.de