Festival de Wiltz

Seit über 65. Jahren ist das Festival de Wiltz innerhalb der Kulturszene eine feste Größe und ein Hauptprogrammpunkt im Sommer. Mit Tanz, Theater und Musik hat sich das Festival vom kleinen Theaterfest zur großen Show mit bekannten Weltstars entwickelt. Und all das rund um das Amphitheater, welches mit seiner großen Bühne und der Überdachung für jedes Wetter eine festliche Atmosphäre bietet. Wir haben mit Programm- und Marektingleiterin Elvira Mittheis über das Festival und das Programm 2019 gesprochen

Frau Mittheis, das Festival hat ja eine lange Tradition, was hat sich denn seit 1953 am Festival geändert und was waren die Highlights der Festival Geschichte?

Das Wiltzer Festival hat eine lange Tradition und war immer schon etwas Besonderes. Es wurde von engagierten Wiltzer Bürgern gegründet und über die Jahre hinweg aufgebaut. Ursprünglich wurden nur Theaterstücke aufgeführt, das Publikum kam immer zahlreicher und dementsprechend wurde das Programm immer vielfältiger. Opern, Operetten und Musicals wurden gezeigt, Jazzgrößen wie Miles Davis, Ella Fitzgerald und Herbie Hancock waren ebenso zu Gast wie Stars wie David Garrett oder Diana Krall.

WaterArt neets Festival de Wiltz
Foto: Jos Scheeck

Welche Besonderheiten bietet Wiltz als Standort für ein Kultur-Festival dieser Größe?

Das Amphitheater am Wiltzer Schloss ist eine einzigartige Kulturlocation, eine traumhaft schöne Kulisse und rundherum in Sichtweite das hügelige Umland von Wiltz. Wiltz hat auch noch die Wettergarantie, denn der Open-Air-Platz ist mit einem riesigen weißen Dach überspannt, das neben der historischen Kulisse zum Markenzeichen des Festivals geworden ist.

Mit Dee Dee Bridgewater haben Sie eine mehrfach ausgezeichnete Größe des Jazz in Ihrem Programm, die französische Chansons auf eine einzigartige Weise interpretiert. Auf welche Programmpunkte dürfen sich die Besucher denn noch besonders freuen?

Dee Dee Bridgewater
Foto: Joe Martinez

Mit Dee Dee Bridgewater knüpfen wir an alte Traditionen an. Die Grande Dame des Jazz kommt mit ihrem französischen Album „J´ai deux Amours“ zum Festival. Uns ist es aber wichtig, ein Mehrspartenprogramm anzubieten. Wir haben das Theater Trier mit der Produktion „ZORBAS“ eingeladen, eine beeindruckende Ballettsuite von Mikis Theodorakis rund um den griechischen Lebemann Zorbas. Wir haben die „LOSERS CIRQUE COMPANY“ mit einem spektakulären Nouveau Cirque zu Gast, eine Show mit Tanz und Akrobatik. Wir freuen uns schon auf die britische Trip-Hop-Band „Morcheeba“ und auf die österreichischen Chart-Stürmer „Bilderbuch“, um nur einige Highlights zu nennen.

Mit Bilderbuch haben Sie einen Programmpunkt, der auch jüngeres Publikum anspricht, wie wichtig empfinden Sie den Stellenwert des Festival bei jüngerem Publikum?

Bilderbuch
Foto: Hendrik Schneider

Jüngeres Publikum zum Festival zu locken, sehen wir als wichtige Aufgabe, genauso wie neues Publikum und neue Zielgruppen anzusprechen. Wir haben zum Beispiel auch ein Kinder- und Familienprogramm, dieses Jahr ist es das Musical „Jan & Henry“, die beiden Erdmännchen, bekannt aus dem KIKA-Kinderfernsehen. Oder wir haben den berühmten Mädchenchor „Scala“ aus Belgien, das Repertoire besteht aus bekannten Rock- und Popsongs, die auf ganz eigene, mal intime, mal stimmgewaltige Art interpretiert werden.

Das Programm bietet sowohl englisch- als auch deutsch- und französischsprachige Acts, wie wichtig ist Ihnen diese Vielfalt?

Luxemburg ist ein vielsprachiges Land, die Luxemburger selber wachsen dreisprachig auf, mit Luxemburgisch, Deutsch und Französisch. Dazu mischen sich die Sprachen der Leute, die nicht aus Luxemburg sind, das ist knapp die Hälfte der Einwohner. Vielsprachigkeit ist hier gelebter Alltag, deshalb ist auch das Programm bunt gemischt und Luxemburger Künstler sind genauso vertreten wie internationale Künstler, und es gibt Programmpunkte, die ganz ohne Sprache auskommen.

Text: Anna Rissel

festivalwiltz.lu