Wanda – Wiener Schmäh

Auch wenn das vierte, aktuelle Studioalbum von Wanda „Ciao!“ betitelt ist, verabschiedet sich das österreichische Quintett damit nicht. Ganz im Gegenteil, denn die 14 neuen Titel laden uns zu einem neuen, spannenden Kapitel der Bandgeschichte ein. Zwischen „Ciao Baby“ und „Alma“ haben die Wiener ein 14 Titel umfassendes, äußerst buntes Universum produziert. Bevor die Band im März in Deutschland tourt, wagen wir im Gespräch mit Sänger/Akustik-Gitarrist Marco Wanda den informativen Blick hinter die Kulissen.

Mit einem Mix aus Pop, Indie-Rock und Rock´n Roll haben sich Wanda seit der Gründung 2012 als feste Größe im deutschsprachigen Musikbusiness etabliert. Die Besetzung ist bis heute unverändert geblieben. Der Hauptgrund für den großen Erfolg der Band?

Ich denke schon, Wanda waren immer zuerst fünf Freunde und dann fünf Profimusiker. So haben wir die Suche nach uns selbst, nach Erfolg und nach einem besseren Leben in der Gemeinschaft zusammen vollzogen. Und viele Lieder hatte ich schon vor der Bandgründung geschrieben. Ich brauchte dafür nur die richtigen Freunde für den Vollzeitjob bei Wanda.

Inwiefern haben sich die Einflüsse vom Debüt „Amore“ (2014) hin zum aktuellen Album „Ciao!“ (2019) verändert, was inspiriert Dich als Texter maßgeblich? Immer noch Leben, Liebe und Tod mit allen Facetten?

Ich habe gar keine andere Wahl, als auf diese Themen zurückzugreifen. Ich laufe quasi meinen eigenen Gedanken und Worten hinterher. Vieles kommt aus dem Unterbewusstsein. Alles was ich singe, erstaunt mich oftmals, wenn ich es dann später auf einem Tonträger/der Bühne höre oder gedruckt lese. Im Vordergrund steht immer die Prämisse ein gutes Lied zu schreiben. Auch „Vielleicht“, geschrieben von Keyboarder Christian Hummer und „Alma“, geschrieben von Bassist Reinhold Weber, sind solche Lieder von der neuen CD.

Sehr ihr Euch als Teil einer neuen Austropop-Szene, die ja besonders in Deutschland durch bekannte Acts wie Der Nino aus Wien, Granada, Bilderbuch oder Voodoo Jürgens schon länger regen Zuspruch erfährt?

Nimm zum Beispiel den Voodoo. Wir waren schon Freunde, lange bevor wir unabhängig voneinander berühmt wurden. Mit dem Nino aus Wien verbindet uns auch eine Freundschaft. Ansonsten freue ich mich für alle Kollegen aus Österreich, wenn ihre Musik über unser Land hinaus wahrgenommen wird. Und die von der Musik leben können, was lange Jahre nicht möglich war. Aber ich muss auch gestehen, dass wir nicht mit jedem befreundet sein müssen, sondern wir wollen schon mit unserer eigenen Band den maximalen Erfolg erreichen. Aber wir haben sogar von der alten Austropop-Szene um Wolfgang Ambros, Reinhard Fendrich und Andere schon Feedback bekommen. Schön, dass es solch einen Dialog jetzt gibt.

Verliert man mit den vielen Möglichkeiten die der Erfolg auch in finanzieller Hinsicht mit sich bringt, die ursprüngliche Kreativität leichter aus den Augen? Wie motiviert ihr euch auf hohem Niveau weiterzumachen?

Wanda ist zunächst eine Band, die einfach nur Konzerte spielen will, ungeachtet des Erfolgs und des Einkommens. Aber wir sind Weltmeister im Geld ausgeben, ein bisschen wie Kinder. Was uns antreibt ist die gemeinsame Ekstase im Austausch mit dem Publikum, dafür leben wir und machen die Band.

Wie wichtig ist Produzent Paul Gallister für Eure Arbeit im Studio, der ja von Anfang an Wanda begleitet hat?

Er hat uns immer spüren lassen, dass ihm Wanda und die Musiker dahinter persönlich viel bedeuten. Und das trägt er auch durch Phasen, in denen wir seine Motivation von außen unbedingt brauchen. Und auch mich ermutigt er als eine Art ´Fußballtrainer´ immer wieder, die Texte auf hohem Niveau zu liefern.

„Ciao!“ wurde im September 2019 veröffentlicht, wird die CD auf der kommenden Tour im Vordergrund stehen, oder können die Fans eher eine Art Best Of-Wanda auf der Bühne erwarten. Gibt es abseits der Bühne ein Rahmenprogramm, zum Beispiel mit Ständen von NGO´s?

Unsere Set-Liste für die kommenden Shows ist sehr durchgemischt, wir greifen auf der Bühne auf einen Querschnitt aus allen vier bisherigen Alben zurück. Alt ist ja alles nicht und geprobt haben wir auch schon. Gesellschaftspolitisch fühlen wir uns Niemandem verpflichtet, bei Wanda-Shows steht die Band und ihre Musik daher auch im Vordergrund. Wir halten das Wanda-Universum für alle am Leben, die Teil davon sein wollen. Das Konzert ist das Fest!

Wo, wenn nicht in Wien würdest Du gerne leben und arbeiten?

Ich lebe nur zum Teil noch in Wien und vor allem im Sommer auf dem Land, die Mischung passt. Die Abenteuerlust und das Fernweh wird durch die Tourneen bestens bedient. Und meine zweite große Liebe ist Italien, wo ich aber nicht leben möchte.

Text: Frank Keil. Bild: Bild: Wolfgang Seehofer

www.wandamusik.com

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