J.B.O.

Rosa Fun-Metal aus Franken

Ein Guter Tag Zum Sterben? Mitnichten. Bei J.B.O. wurde im Sommer 2019 bereits das 30jährige Jubiläum gefeiert. Mit „Ein Fest“ hatten die Erlanger Spaßrocker in Weingarts (Fränkische Schweiz) bei hochsommerlichem Wetter zwei Tage lang gemeinsam mit befreundeten Bands und Weggefährten (u.a. Feuerschwanz, Kissin´ Dynamite, Hämatom und Freedom Call) ihr Bühnenjubiläum mit rund 5.000 BesucherInnen begangen. Gleichzeitig erschien das aktuelle Studioalbum der Band mit dem Titel „Wer lässt die Sau raus?!“, mit dem die rosa Spaßfraktion im Dezember auch im Saarland auftritt. Seit 1989 blödeln sich unser Gesprächspartner, Schlagzeuger Wolfram sowie Hannes, Vito und Ralph Vollzeit durch die internationale Musiklandschaft und kombinieren eigene Titel mit ausgewählten Coverversionen.

Heute kennen euch viele Fans nur unter dem Kürzel J.B.O., was ist eigentlich aus dem ursprünglichen Namensstreit um das James Blast Orchester (wegen James Last) geworden?

Du wirst lachen, anlässlich des Jubiläums haben wir tatsächlich nochmals beim Musiklabel Polydor nachgefragt, aber es kam schnell die Antwort, dass wir vom Bandnamen James Blast Orchester weiterhin Abstand nehmen sollen. So bleibt es weiterhin bei J.B.O., das Kürzel hat sich ja als Markenzeichen in 30 Jahren absolut etabliert.

Wie viele internationale KollegInnen müsst ihr in der Regel anschreiben, um die Erlaubnis für ein Comedy-Cover zu bekommen, gibt es auch KünstlerInnen, die das rigoros ablehnen?

Absolut, viele der geplanten Cover-Versionen werden von den Original-Urhebern nicht genehmigt. Wir müssen mindestens fünf Anfragen rausschicken, damit wir das OK für ein neues Cover bekommen. Ist das da, schreiben Hannes und Vito im Anschluss den amüsanten deutschen Text dazu. Und in der Zwischenzeit arbeiten wir auch an eigenen Songs, die Gewichtung ist aktuell bei ca. 50% zu 50%.

Mit Christoph Beyerlein verbindet Euch eine langjährige Freundschaft, als Produzent ist er seit Jahren fest mit J.B.O. verbunden, gilt da bei Euch nach wie vor das Motto ´never change a winning team´, auch bezüglich der Bandbesetzung?

Ja, Christoph ist fast ein fünftes Bandmitglied und gehört einfach dazu! Er ist zwar tontechnisch superprofessionell, kann aber mit uns auch herrlich bescheuert sein. Als Band sind wir jetzt 18 Jahre in unveränderter Besetzung zusammen und auch das klappt nach wie vor hervorragend. Wir sind fit, sprühen vor Kreativität und können so sicher noch ein paar Jahre weitermachen.

Welche Titel gehören zu den Höhepunkten auf der neuen CD „Wer lässt die Sau raus?!“

Sicher die beiden Singles „Wer lässt die Sau raus?!“ sowie „Hoffen und Bangen“. Zu beiden haben wir auch offizielle, unterhaltsame Musikvideos gedreht. Und wir sind stolz darauf, dass wir den „Depp“, im Original von Haindling, so gut hinbekommen haben. Und dann kann man eben auch mal mit einem Stück wie „In meinem Kühlschrank brennt noch Licht“ Experimentelles wagen.

Wenn ihr die Käufer bzw. die Konzertbesucher analysiert, hat sich das J.B.O.-Publikum gewandelt, sind es heute eher Comedy-Fans oder Metal-Anhänger?

Das J.B.O.-Publikum (Rosa Armee Fraktion) war und ist schon immer sehr gemischt, auch vom Alter her, sogar beide Geschlechter sind anzutreffen. Ich denke, wir haben aber eher mehr Metal-Fans mit Comedy-Bezug als reine Comedy-Fans, wir machen ja nun keine Stand Up-Comedy oder reine Spoken Word-Performance. Die Fans merken, dass wir selber Spaß an der Musik haben. Wir sind nicht abgehoben und wenn Du uns eine E-Mail schreibst, wird sie auch von den Bandmitgliedern beantwortet.

Mittlerweile seid ihr in der Position, euch die Vorbands auf Tournee aussuchen zu können. Gibt es lokale Acts zu sehen, oder habt ihr durchgängig einen Support mit dabei?

Wir haben Labelkollegen von AFM Records eingeladen: Die Grüne Welle aus Stuttgart. Die bewegen sich zwischen Punkrock und Deutschrap, lassen aber auch Elemente aus Indie und Ska (inklusive Saxophonistin) anklingen.

Stichwort Digitalisierung und Neue Medien, da waren J.B.O. immer ´up to date´. Was gibt es diesbezüglich Neues zu berichten?

Der Blöedsinn (Bandschreibweise) muss auch mobil verteidigt werden, egal ob auf iPhone oder Android-Smartphone, für beide Plattformen gibt es nun schon länger die kostenlose J.B.O. App!

Text: Frank Keil. Bild: PR

jbo.de