Lily Allen – Krisenbewältigung

Nach ihrem Album „Sheezus“ und der damit verbundenen Welttournee hatte Lily Allen eine Identitätskrise und keinen Bock mehr auf Musik. Zudem ging ihre Ehe in die Brüche. Nachdem sie geschieden war, begann sie jedoch wieder, Songs zu schreiben. Dabei wurde sie von verschiedenen Themen inspiriert: ihrem Dasein als Mutter, ihrer gescheiterten Ehe, ihrem Verhältnis zu sich selbst und dem Missbrauch von „Substanzen“.
Die 14 Songs auf „No Shame“ entstanden zwischen 2015 und 2018 in Kooperation mit verschiedenen Komponisten und Produzenten – darunter Fryars, der schon an „Sheezus“ mitgewirkt hatte, Richard „P2J“ Isong, Mark Ronson, Sam Duckworth alias Get Cape. Wear Cape. Fly. und Ezra Koenig von Vampire Weekend. Hinzu kamen die Gäste Giggs, Burna Boy und Lady Chann.
Allen hat – im positivsten Sinne – eine große Schnauze und spricht gerne Klartext. So zählt sie im Opener „Come On Then“ all das auf, was ihr in den letzten Jahren vorgeworfen wurde – verpackt in typischen Allen-Electropop. In „Your Choice“ (mit Burna Boy) wechselt sie ins Dancehall-Fach und in der opulenten Ballade „Famly Man“ bringt sie Streicher und Klavier ins Spiel. Keine Frage: Allen hat es auch nach dieser schweren Zeit noch drauf.

Text: Peter Parker Bild: Parlophone

Lily Allen „No Shame“ (Warner)

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