Ljubljana/Slowenien – Hauptstadt und Hotspot

Das besonders in der unter Denkmalschutz stehenden Altstadt malerisch wirkende Ljubljana (ca. 288.000 Einwohner) hat sich in den letzten Jahren zu einem beliebten Hotspot für Einheimische und (junge) Touristen entwickelt. Die Vielfalt in Sachen Unterkunft, Gastronomie und Kultur/Veranstaltungen lässt in der größten Stadt Sloweniens tatsächlich keine Wünsche offen. Professionelle Unterstützung einer Reise von Deutschland aus erhält man vom gut organisierten Slowenischen Fremdenverkehrsamt (www.slovenia.info). Die Universitätsstadt ist das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum Sloweniens und wurde seit der Unabhängigkeit 1991 (seit 1945 war Ljubljana Hauptstadt der Volksrepublik Slowenien in der Föderativen Volksrepublik Jugoslawien) grundlegend renoviert. Die Stadt ist berühmt für ihre von Joze Plecnik geplanten Architekturdenkmäler. Zu den Sehenswürdigkeiten zählt u.a. die Burg (mit Blick auf die ganze Stadt), die drei Brücken, der Hauptmarktplatz, der Preseren-Platz, der Dom St. Nikolaus, das Rathaus und die Slowenische Nationalgalerie. Durch die vielen Cafés am Fluss, die sehenswerten Brücken und das gemäßigte Klima ergibt sich in der ganzen Stadt ein spezielles mediterranes Flair. Sehenswert ist der Markt rund um den Dom, besonders samstags. Ebenfalls erwähnenswert sind der unter den Kolonnaden versteckte Fischmarkt und ein Sonderbereich im Gebäude gegenüber den Kolonnaden. Samstags findet z.B. ein Kunstflohmarkt zwischen den drei Brücken und der Schusterbrücke statt. Weiterführendes Informationsmaterial über Sehenswürdigkeiten, geführte Rundgänge und Stadttouren, Restaurants/Bars, Geschenkideen und die Ljubljana Card erhält man in der Altstadt bei den beiden zentral gelegenen Tourist Büros und ihren freundlichen & kompetenten Mitarbeiter*innen. (1,2)

Die Altstadt von Ljubljana

Eine perfekte Orientierungshilfe in Sachen Essen & Trinken, Kultur, Ausgehen/Nightlife sind zudem die Publikationen von Enjoy Ljubljana (free english guide), die mehrfach jährlich erscheinen. Noch ausführlichere Informationen bietet Ljubljana inyourpocket, die neben einem Magazin auch monatlich Mini-Guides zu den Themen Events, Restaurants, Cafés, Nightlife, Sightseeing, Shopping und Hotels in englischer Sprache herausgeben. Und auch Use It, eine free map for young travellers bietet zahlreiche nützliche Informationen. Der Altstadt-Bereich mit seinen vielen Grünflächen ist überschaubar und fast alles ist fußläufig zu erreichen. So auch Metelkova, das Zentrum der alternativen Kulturszene. Auf dem ehemaligen Kasernengelände leben Aussteiger, Künstler und Studenten, dort finden Ausstellungen, Konzerte und andere Veranstaltungen statt. Die seit 1993 andauernde ´Besetzung´ des Geländes wird von der Stadt Ljubljana noch geduldet, ist aber fortwährend Thema der ebenfalls stark von Gentrifizierung betroffenen Stadt. Der Stadtteil Tabor, zwischen Hauptbahnhof und Altstadt wurde in den vergangenen Jahren extrem umgebaut und saniert, mit der Folge, dass die dort ansässige Bevölkerung durch wohlhabendere Bevölkerungsschichten verdrängt wird. Zwischen Altstadt und Metelkova haben sich rund um die Strasse Trubarjeva zahlreiche Underground-Shops, Bars, Cafés und Clubs angesiedelt, die vornehmlich ein jüngeres Publikum anziehen. So kommt der hier ansässige CD- und Schallplattenladen Jazz & Blues Ploscarna! in unsere Liste der Empfehlungen. Neues und Gebrauchtes und jede Menge Merchandise-Artikel findet man im Laden, dessen Besitzer auch in der Jazz-Szene aktiv ist und u.a. Bands wie den Easywalkers, dem Blue Train Quintett oder Dobrote iz skrinje zarote als Label zur Seite steht (www.jazzandbluesweb.com)

Das alternative Viertel Metelkova

Neboticnic (www.neboticnik.si) wird der Wolkenkratzer in der Stadt genannt, ein hervorragendes Beispiel der kommunistischen Architektur. Von der Terrasse des Cafés in der 13. Etage hat man einen tollen Blick auf Stadt und Burg. Hunger und Durst: Wer auf Kaffehauskultur in Vollendung steht, findet bei Lolita sein Paradies. Sofern die Witterung es zulässt, kann man auch auf der Außenfläche Platz nehmen und das tolle Kaffee-/Tee-Angebot, die Kuchen usw. genießen (www.kaval-group.si) Deftiger geht es bei Sarajevo ´84 zu, hier muss man Fleisch mögen, denn es ist der Hauptbestandteil der reichhaltigen Balkanküche. Ein nettes Team, großartige Gerichte und ein faires Preis-/Leistungsverhältnis zeichnen das Lokal (www.sarajevo84.si) aus. Last but not least ein Kulturtipp: Geht man von der Altstadt zu Fuß auf die Burg, kommt man an einem fantastischen Museum vorbei. Der ehemalige Lehrer Primoz sammelt seit Jahren alles aus der Zeit zwischen 1945 und 1991 und hat so zahlreiche Schätze (vorwiegend Spielzeug, Anstecknadeln, Poster, Werbebartikel usw. aus Jugoslawien) zusammengetragen. Gegen eine freiwillige Spende kann man das Museum ausgiebig besuchen und Primoz ist immer für offen für ein Gespräch unter Interessierten/Sammlern.

Primoz

Verlässt man Ljubljana in Richtung Österreich, sind es rund 50km nach Begunje. Wer sich für Blasmusikgruppen wie La Brass Banda oder Volksmusik allgemein interessiert, findet hier etwas ganz Besonderes: Das Gasthaus, Restaurant und Museum Avsenik. Slavko Avsenik (6) war ein slowenischer Komponist und Akkordeonist, der der mit seinen Original Oberkrainern die Volksmusik zwischen 1953 bis zu seinem Tod 1990 revolutíoniert hat. Sein Trompeten-Echo hat wohl jeder schon einmal gehört. Heute führt Saso Avesenik die Familientradition in Begunje, in Slowenien und weltweit weiter (www.avesenik.com).

Frank Keil

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