Ludwigshafen Festspiele 2019 – Theater aus aller Welt

Seit 2004 finden die Festspiele in Ludwigshafen jährlich im Herbst im Pfalzbau statt. Auch in diesem Jahr stehen nationale sowie internationale Künstler auf der Bühne und präsentieren ihre Interpretationen von bekannten Stücken.

Oktober

Den Auftakt bildet das Israel Ballet. Am 18. und 19. Oktober zeigen die Tänzer und Tänzerinnen Black Swan / Nova Carmen. Andonis Foniadakis hat zu Tschaikowskys Musik und dem Stück Nova Carmen von Sharon Eyal eine komplexe Choreografie entwickelt, die die Tänzer ausdrucksvoll auf der Bühne präsentieren. Beendet wird das erste Wochenende des Festivals von der türkischen Sängerin Gaye Su Akyol. Ihr neues Album Istikrarlı Hayal Hakikattir hat die Künstlerin nicht nur selbst geschrieben, sondern auch Co-produziert.

Die zweite Festivalwoche startet ebenfalls mit einem Tanzstück, mit Vertikal von Mourad Merzouki am 23. Oktober. Hier ist der Name Programm. Das Bühnenbild stellt sich zusammen aus hoch aufgezogenen Mauern, die in der Choreografie mit eingebunden sind. Ganz klassisch geht es am Wochenende weiter mit Shakespeare‘s King Lear. Das komplexe Stück wird aufgeführt von den Darstellern und Darstellerinnen des Deutschen Schauspielhaus in Hamburg unter der Leitung von Karin Beier. Der Festivaloktober endet mit dem Vortag Wort und Wein unter der Moderation von Tilman Gersch.

November

Am 1. und 2. November geht es weiter mit einem weiteren Stück der Werkschau Deutsches Schauspielhaus Hamburg: Am Königsweg. Hier geht es politisch zu, wenn auch ohne Namensnennung. Das Stück übt Kritik an allen, die im Sinne des Rechtspopulismus handeln und macht darauf aufmerksam, dass dieser immer gefährlicher wird. Ahmed revient ist ein Schauspiel von Alain Badiou das am 6. und 7. November aufgeführt wird. Ahmed, die Theaterfigur mit Maske geboren im letzten Jahrhundert, wirft einen kritischen Blick auf die heutige Gesellschaft

Die Dreigroschenoper wird gleich an drei Tagen im November aufgeführt. Das Berliner Ensemble präsentiert dieses klassische Werk von Berthold Brecht mit außergewöhnlichen Licht- und Ton Effekten und einem atemberaubenden Bühnenbild. Jan Phillip Reemtsma führt das abwechslungsreiche Programm dieses Festivals am 13. November mit einer Lesung von Arno Schmidts Texten weiter. Das Tanzstück Omphalos am 15. November bringt internationale Künstler nach Ludwigshafen. Das mexikanische Ensemble zeigt eine mexikanische Fabel über die Entstehung der Welt mit einer ungewöhnlichen Tanzchoreographie.

Die darauffolgende Woche wird mit einer kulturpolitischen Diskussion mit dem Titel Brauchen wir Identität? eingeleitet. Das Tanzstück Sutra, inspiriert von der Präzision der Shaolin-Kampfkunst, wurde von Choreograf Sidi Larbi Cherkaoui zusammengestellt.

Künstler aus der Pfalz bringen an sechs Terminen Goethes Götz von Berlichingen auf die Bühne. Der Festivalnovember endet mit einer Live Media Performance von fuse*. Die Italiener stellen eine Beziehung zwischen den Darstellern auf der Bühne und digitalen Landschaften her.

Dezember

Mit einem Niederländischen Ballett startet der letzte Monat der Festspiele. Holland/Chat Noir zeigt auf theatralische Art eine ganz andere Form des Tanzes, die es sich lohnt zu sehen. Das Thema Klimawandel wird im Konzert Gletschermusik aufgenommen. Dieses internationale Projekt bringt kukasische Traditionen mit neuen musikalischen Ideen und der aktuellen Problematik zusammen. Die Sao Paolo Dance Company tritt nicht zum ersten Mal im Pfalz Theater auf. In diesem Jahr zeigen sie, inspiriert von aktuellen Flüchtlingsproblemen, eine im Tanz erforschte Reise der Künstler zu sich selbst und ihrer Identität.

Europa flieht nach Europa ist der Titel des dramatischen Gedichtes von Miroslava Svolikova, das am 8 Dezember Aufgeführt wird. Beendet werden drei Monate voller Tanz und Theater mit einem Schauspiel von Theodor Fontane. Effi Briest- allerdings mit anderen Texten und auch anderer Melodie ist der Titel dieser ungewöhnlichen Inszenierung in Form einer Radioshow.

Die Festspiele Ludwigshafen bieten drei Monate lang ein abwechslungsreiches Programm.

Alle Termine auf theater-im-pfalzbau.de

Text: Thea Schuster | Bild: Dreichgroschenoper © Lesley Leslie Spinks (Titel) / Gayehorizontal © PR (PLATZIERUNG) / Sutra © Hugo Glendinning (rechts) / König Lear © Horn (PLATZIERUNG) / Dreigroschenoper © Moritz Haase (PLATZIERUNG) / Nova Carmen © Ira Tashlitzki (links)