Sebastian Studnitzky – Über Resonanzen

Jung, urban, grenzüberschreitend. Unter diesem Motto präsentiert sich das Resonanzen Festival 2020 zum ersten Mal in der Großregion. Die Idee war, den regionalen und internationalen künstlerischen Nachwuchs zu fördern und experimentelle und innovative Formate in hoher Qualität anzubieten. Auch Corona und die globale Gesamtsituation haben das Team hart getroffen. Wir durften schon mal vorab mit dem Jazz-Trompeter und 1/3 der künstlerischen Leitung, Sebastian Studnitzky sprechen und ihm ein paar Fragen zu dem Festival stellen.

Lieber Herr Sebastian Studnitzky, die erste Festivalausgabe und dann gleich während einer globalen Pandemie. Wie war ihre anfängliche Reaktion, als sie von der ganzen Situation erfahren haben?

Puh. Das ging ja quasi über Nacht in unserer Szene. Es war sehr schnell klar, dass das ganz massive und ganz langfristige Auswirkungen haben wird auf die komplette Live-Musik Szene. Wir hatten kurz überlegt das Festival komplett nach 2021 zu schieben, haben uns dann aber doch entschieden beim Termin 1.-11. Oktober 2020 zu bleiben. Inzwischen halten wir das für eine gute Entscheidung.

Konnten Sie direkt Potentiale in der Situation erkennen?

Als Musiker sind wir geübt zu improvisieren und sehen in jeder Schwierigkeit auch eine Herausforderung. Die kurze Ruhepause hat gutgetan, um Grundsätzliches in Ruhe zu überdenken. Ich finde es positiv, dass doch sehr viele Prozesse flexibler und spontaner geworden sind. Und für das Festival bedeutet das Umdisponieren weg von Großveranstaltungen und hin zu vielem Kleinen natürlich auch die Chance viel Neues und auch Unbekannteres vorzustellen.

Hat sich ihre Künstler*innenakquise in der Situation erschwert oder vereinfacht?

Das hält sich so in etwa die Waage. Es ist schwieriger mit so vielen Ungewissheiten zu planen, und teilweise gleich schon Option A, B und C zu definieren, aber anderseits sind die Künstler*innen und Agenturen teilweise deutlich entspannter und flexibler. Wir planen jetzt in mehreren Etappen und Schritt für Schritt auf Sicht, um so auch möglichst spontan auf sich verändernde Rahmenbedingungen reagieren zu können.

Und inwiefern konnten Sie ihr Festival pandemiefreundlich um arrangieren? Was fällt weg, was kommt hinzu?

Größere Veranstaltungen und große internationale Ensembles können wir im Moment nicht bestätigen. Dafür gibt es neue und kreative Konzertformate, und viel Kleines aber Feines. Gemeinsam mit Dock 11 und K8 organisieren wir auch ein Panel im Juli, bei dem wir mit lokalen Akteuren über alternative Live-Formate nachdenken. Es ist natürlich eine große Herausforderung mit so vielen Fragezeichen zu planen.

Haben Sie jetzt schon ein Highlight, auf das Sie sich besonders freuen?

Da habe ich einige. Aber da wir jetzt gerade erst die neu angepassten Verträge unterschreiben, halte ich es mit der Regel, dass ich über nichts spreche bei dem die Tinte noch nicht getrocknet ist. Wir planen Mitte Juli die ersten konkreten Konzerte zu kommunizieren.

Interview: Antonia Weber Bild: Band

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