Skunk Anansie – Charismatische Rock-Retrospektive

Nach dem Comeback-Album „Wonderlustre“ (2010) präsentierten Skunk Anansie 2012 „Black Traffic“, das beeindruckende „An Acoustic…“ Live-Album (2013) und „Anarchytecture“ (2016). Zur Feier ihres 25jährigen Jubiläums wurde aktuell das Livealbum „25Live@25“ veröffentlicht. Über den 26 Songs zwischen Alternative Rock & Crossover thront nach wie vor die facettenreiche Stimme der charismatischen Frontfrau Deborah Anne Dyer alias Skin. Popscene erreichte die aus Jamaika stammende Ausnahme-Künstlerin auf Ibiza um ihr fünf Fragen zu stellen.

Skunk Anansie wurden 1994 gegründet, in der heutigen Besetzung mit Gitarrist Martin Ivor Kent (Ace), Schlagzeuger Mark Richardson und Bassist Richard Keith Lewis (Cass) seid ihr seit 1995 zusammen. Ist das der Hauptgrund der bis heute anhaltenden Banderfolge?

Ohne Frage, wir sind wie eine Familie, die Bande zwischen uns ist sehr eng und gefühlvoll inklusive unserer Unterschiede. Aber jeder nimmt sich die Freiheit für Auszeiten und Soloprojekte. So haben wir auch die Zeit zwischen 2001-2009 ohne Skunk Anansie problemlos überstanden.

Mit „Anarchytecture“ habt ihr ausgiebig in Europa getourt, dabei wurde jeden Abend die komplette Show aufgezeichnet. „Mit 25Live@25“ wurde jetzt das Resultat veröffentlicht, 26 Songs auf einer Doppel-CD. Was macht das Ergebnis so besonders?

Die Show wurde mehrheitlich am Ende der Europatournee in Danzig aufgenommen, an diesem Abend stimmte alles, Energie, Lautstärke, Publikum. Zunächst Ace, dann der Rest haben die finale Auswahl getroffen, darunter findet man drei meiner Lieblingsstücke: „Intellectualise My Blackness“, ein Song aus unserer frühen, energetischen Phase, dann „My Love Will Fall“, der eine eher untypische Skunk Anansie-Seite zeigt und final Klassiker wie „Weak“ oder „Hedonism“.

Stichwort Ibiza. Bei unserem letzten Interview warst Du in Italien, jetzt auf den Balearen im Mittelmeer. Es sieht 2019 also nicht gerade nach einer Ruhepause aus?

Neben gelegentlichen Solo-Aktivitäten bin ich nach wie vor als DJane aktiv, vor allem mit Techno und Tech-House. Ansonsten ist das Reisen mein Hobby und ich verbringe viel Zeit außerhalb von London, vor allem in Italien, da ich italienisches Essen und italienische Mode besonders liebe. Für das Frühjahr sind einige ausgewählte Shows mit „25Live@25 in Europa geplant, die Tourdaten werden bald auf unserer Webseite angekündigt. Und den ein oder anderen neuen Titel haben wir bereits in unserem Studio aufgenommen. Es wird also auch bald ein neues Werk von Skunk Anansie geben. Und wie immer finde ich meine Inspiration für die Texte im Alltag. Ich bleibe weiterhin politisch, feministisch und antirassistisch.

Stichwort: Brexit. Wie stehst Du bzw. die Band zum Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union?

Das ist das größte Desaster der Gegenwart, ein unglaublicher Fehler. Und erst die nächste Generation wird darunter noch viel mehr leiden, wir sind sehr unglücklich darüber. Aber wir werden England nicht verlassen, sondern unsere Stimme gegen den Brexit weiterhin aktiv und mit Nachdruck erheben.

Wie sieht es generell mit Eurem gesellschaftlichen Engagement und der politischen Verantwortung aus, den Fans nicht nur Unterhaltung sondern ´Infotainment´ zu bieten?

Wir versuchen bei Tourneen vor Ort die ein oder andere wichtige Initiative zu unterstützen. Übergreifend kann man sich auf unserer Webseite ein Bild von unserem Engagement machen.

Text: Frank Keil Bild: Republic Of Music

www.skunkanansie.com