Tito & Tarantula

Durch „From Dusk Till Dawn“ zu Weltruhm

Heute ist Sänger/Gitarrist Tito Larriva einziges verbliebenes Originalmitglied der 1992 in Los Angeles gegründeten Tito & Tarantula. Seit 2012 gehört auch seine Tochter Lolita Carroll als Bassistin zur aktuellen Besetzung. Vier Jahre nach „Lost Tarantism“ erscheint jetzt mit „8 Arms To Hold You“ (It Sounds/Rough Trade) ein neues Album der US-amerikanischen Rockband. Nach drei Warm Up-Shows zur kommenden Herbsttournee durch Deutschland, Österreich und die Schweiz stand Tito, begleitet von seiner Tochter, für einen Smalltalk zur Verfügung.

Du bist 1953 in Mexiko geboren und in Alaska und Texas aufgewachsen. In den 1970er und 1980er Jahren bist Du durch Punkrock bekannt geworden. Stimmt das?

Ja, meine Karriere begann in Los Angeles mit den Bands The Plugz, den Flesh Eaters und The Impalas sowie den Los Cruzados. Meine musikalische Entwicklung ging dann von Punkrock in Richtung Rock und Blues., einen Mix den wir mit Tito & Tarantula bis heute weiterentwickelt haben.

Deine Filmkarriere begann ebenfalls schon in den 1980er Jahren mit kleineren Rollen. Auch in „Desperado“ von Robert Rodriguez, wo Tito & Tarantula drei Songs für den Soundtrack beisteuerten. Regisseur Rodriguez war es auch, der Euch 1996 für den mit Quentin Tarantino (Drehbuch) produzierten Film „From Dusk Till Dawn“ als Musiker und Darsteller engagierte und so zu Weltruhm verhalf?

Richtig. Die legendäre Performance als Vampirband in diesem Mix aus Gangsterfilm, Roadmovie, Horror- und Splatterfilm in der Titty Twister Bar brachten die Band im Anschluss das erste Mal nach Europa. Für den Soundtrack hatten wir damals „Angry Cockroaches“ und „After Dark“ aufgenommen.

Bist Du heute noch mit Robert Rodriguez und Quentin Tarantino in Kontakt?

Ich bin mit Robert befreundet, wir waren erst kürzlich zum Abendessen miteinander aus. Zu Quentin habe ich allerdings keinen Kontakt mehr.

Man hört, deine Tochter Lolita Carroll war maßgeblich an den Aufnahmen zu „8 Arms To Hold You“ beteiligt. Ist das Album in Eurer Heimatstadt Austin/Texas entstanden?

Wir sind in ein Studio in der Nähe von El Paso gegangen, es war in gewisser Weise schicksalshaft, kosmisch. Kurze Zeit nachdem wir im Sonic Ranch mit den Aufnahmen begonnen hatten, verstarb mein Vater. Um das Studio herum ist Wüste und ich denke, es ist uns gut gelungen, diese Naturgewalt in den neuen Stücken wie „As Worlds Collide“, „Goodbye Luck“ oder „Animal Dream“ herauszuarbeiten. Daran hat Lolita sicher großen Anteil, auch an den Lyrics. Diese Balance zwischen mir als Mann und ihr als Frau hat dem Album besonders gut getan.

Die Politik von Donald Trump in Sachen Mexiko sorgt weltweit für Aufsehen. Wie stehst Du dazu?

Als weltoffener Mensch und Mexikaner kann ich seine Politik und ihre Auswirkungen nur ablehnen.

Von Austin/Texas aus, ist es nicht so weit nach Mexiko. Du hast das Land bereits als Kind verlassen, kehrst Du heute gelegentlich dorthin zurück. Und erfolgst Du die mexikanisch Musiklandschaft, die mit Bands wie Jenny & The Mexicats, Out Of Control Army oder Molotov immer wieder tolle Bands hervorgebracht hat?

Um ehrlich zu sein, ich höre gar nicht so viel Musik, bin als Musiker, Komponist und Schauspieler noch immer sehr ausgefüllt. Aber, Molotov haben uns vor einiger Zeit für eine Show mit ihnen nach Mexiko-Stadt eingeladen. Sie sind ziemlich verrückte Leute, wie eigentlich alle Mexikaner, wir hatten eine tolle Zeit mit ihnen.

Text: Frank Keil. Bild: Tito Larriva (c) Manfred Pollert

Neunkirchen, Stummsche Reithalle
Mittwoch, 09. Oktober, 20.00 Uhr

www.titoandtarantula.com/